Orvana Minerals hat mit den gestern veröffentlichten Produktionszahlen die Goldprognose für Orovalle in Spanien übertroffen. Gleichzeitig bleibt der Hochlauf von Don Mario in Bolivien die operative Herausforderung. Die Aktie gewinnt heute 6,2%. Für Anleger stehen damit zwei unterschiedliche Entwicklungen im Mittelpunkt: die stärkere Produktion in Spanien und der noch nicht abgeschlossene Ausbau der Verarbeitung in Bolivien.
Orovalle liefert über Plan
Orovalle produzierte im Geschäftsjahr 2026 insgesamt 37.775 Unzen Gold. Damit lag die Förderung rund 2% über der oberen Prognosegrenze.
Das spanische Geschäft liefert damit den positiven Kern der Produktionsmeldung. Auch die Kupferförderung blieb innerhalb der angekündigten Spanne. Die Zielüberschreitung beim Gold betrifft allerdings ausdrücklich Orovalle und lässt sich nicht auf sämtliche Aktivitäten des Konzerns übertragen.
Die heute veröffentlichten Detailzahlen zeigen zudem einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 produzierte Orovalle 10.347 Unzen Gold nach 6.317 Unzen im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Der höhere Goldausstoß ging mit einer größeren verarbeiteten Erzmenge einher. Bei Kupfer fiel die Quartalsproduktion dagegen etwas niedriger aus als ein Jahr zuvor. Das Bild ist somit nicht bei allen Metallen gleichermaßen positiv.
Konzernweit erreichte Orvana im Geschäftsjahr 2026 eine Produktion von 45.160 Goldäquivalent-Unzen. Darin enthalten waren 39.282 Unzen Gold.
Don Mario muss Durchsatz steigern
In Bolivien produzierte die erweiterte Don-Mario-Anlage im Schlussquartal erstmals Gold-Doré und Kupferkathoden. Dieser Fortschritt änderte jedoch nichts daran, dass EMIPA hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückblieb.
EMIPA kam im Geschäftsjahr 2026 auf 1.507 Unzen Gold und 265.000 Pfund Kupfer. Die zugehörige Jahresprognose hatte Orvana bereits vor rund einem Monat zurückgezogen.
Als Ursachen nennt das Unternehmen den verspäteten Start der Oxidverarbeitung sowie geringeren Durchsatz und niedrigere Ausbeuten. Unruhen und Logistikstörungen in Bolivien hatten den Anlauf zusätzlich verzögert. Die Optimierung konzentriert sich weiterhin auf Säurelaugung und Filtration.
Bis Ende 2026 soll der Durchsatz schrittweise auf rund 1.700 Tonnen täglich steigen. Dabei handelt es sich um die geplante Anlagenkapazität, nicht um eine bereits erreichte Verarbeitungsleistung.
Finanzzahlen ergänzen das Produktionsbild
Für Anleger ist deshalb zwischen ersten Produktionserfolgen und einem stabilen Anlagenbetrieb zu unterscheiden. Orovalle hat sein Goldziel übertroffen; bei Don Mario bleibt die Umsetzung des Hochlaufplans entscheidend.
Orvana erwartet die geprüften Jahresabschlüsse und den begleitenden Lagebericht voraussichtlich Ende November 2026. Diese Veröffentlichung wird das Produktionsbild um die finanzielle Entwicklung ergänzen. Bis dahin stehen die bestätigte operative Stärke in Spanien und die noch laufenden Verbesserungen in Bolivien nebeneinander.
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