Osmosun stemmt sich gegen den Abwärtstrend. Mit einem Plus von rund 7,5 Prozent auf 1,15 Euro meldet sich der Spezialist für solare Meerwasserentsalzung am Freitag zurück. Hinter der Kursbewegung steht ein tiefgreifender Umbau des Geschäftsmodells.

Allianz stützt Technologiewechsel

Das Unternehmen integriert sich zunehmend in die Watera Group. Unibios sicherte sich bereits eine Mehrheit an Osmosun. Ziel dieser Allianz ist die Vermarktung patentierter Technologien in französischsprachigen Märkten.

Parallel dazu nutzt die Gruppe die Produktionsbasis von Watera International. Osmosun setzt künftig auf Standardisierung statt auf Großprojekte. Kleine und mittlere Anlagen ohne Batteriespeicher bilden das neue Kernsegment. Diese Strategie soll die Verkaufszyklen verkürzen und die Profitabilität steigern.

Die patentierte Technologie ermöglicht Entsalzung ohne Batterien. Dies senkt die Betriebskosten in wasserarmen Regionen deutlich. Kapazitäten von bis zu 50.000 Kubikmetern pro Tag sind technisch möglich.

Schwache Zahlen fordern Disziplin

Das Geschäftsjahr 2024 verlief enttäuschend. Der Umsatz sank auf 1,9 Millionen Euro. Höhere Projektkosten und fehlende Neuaufträge belasteten die Marge zusätzlich.

Der bereinigte EBITDA-Verlust weitete sich auf 5,3 Millionen Euro aus. Im Vorjahr lag das Minus noch bei 1,9 Millionen Euro. Nun soll die neue Roadmap den Cashflow stabilisieren.

Mit einer Marktkapitalisierung von 19,35 Millionen Euro ist das Vertrauen der Anleger noch gering. Das Papier notiert fast 68 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 3,58 Euro. Ein nachhaltiger Aufschwung erfordert nun den Beweis, dass die kleineren Standardanlagen tatsächlich schneller Cashflow generieren.