Otis wächst im Service weiter kräftig, verdient aber an jedem Dollar Umsatz weniger als vor einem Jahr. Das dritte Quartal zeigt ein zweigeteiltes Bild: starke Umsätze, schwächere bereinigte Profitabilität.

Service trägt, Neugeschäft bremst

Der Umsatz stieg um 6 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar, organisch ebenfalls um 6 Prozent. Treiber war das Servicegeschäft mit einem Plus von 8 Prozent. Besonders die Modernisierung glänzte: Der organische Umsatz legte um 20 Prozent zu, der Auftragsbestand wuchs um ebenfalls 20 Prozent.

Das Neugeschäft wuchs organisch um 3 Prozent. In Amerika, Europa und Asien-Pazifik ging es aufwärts, in China brach der Umsatz um mehr als 20 Prozent ein. Dort sanken auch die Aufträge im niedrigen zweistelligen Bereich.

Die Marge bleibt die Baustelle

Der bereinigte operative Gewinn gab leicht auf 626 Millionen Dollar nach. Die bereinigte Marge sank um 110 Basispunkte auf 16,0 Prozent. Im Neugeschäft schrumpfte die Segmentmarge auf 3,2 Prozent, belastet durch ungünstige Preise und einen schwächeren Mix.

Im Service lag die Marge bei 24,2 Prozent und damit unter dem Vorjahreswert von 25,5 Prozent. Sequenziell verbesserte sie sich allerdings um 100 Basispunkte. Konzernchefin Judy Marks führt das auf Investitionen in Außendienst und KI-gestützte Preisgestaltung zurück.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,05 Dollar exakt auf Vorjahresniveau. Ein geringerer Aktienbestand und niedrigere Minderheitenanteile glichen höhere Steuern, höhere Zinsen und Währungseffekte aus. Der Gewinn nach US-GAAP stieg um 14 Prozent auf 1,08 Dollar, vor allem weil Restrukturierungs- und Abspaltungskosten des Vorjahres wegfielen.

Prognose bleibt, Cashflow-Ziel wird präzisiert

Otis bestätigt den Jahresausblick. Der Umsatz soll bei 15,1 bis 15,3 Milliarden Dollar liegen, der bereinigte Gewinn je Aktie bei 4,01 bis 4,05 Dollar. Beim bereinigten Free Cashflow peilt das Unternehmen nun rund 1,5 Milliarden Dollar an, zuvor lag die Spanne bei 1,50 bis 1,55 Milliarden.

Der Cashflow aus dem operativen Geschäft fiel im Quartal auf 337 Millionen Dollar, nach 374 Millionen im Vorjahr. Auslöser waren Veränderungen im Working Capital. Über die ersten neun Monate flossen rund 1,3 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurück, davon etwa 800 Millionen über Aktienrückkäufe. Im dritten Quartal selbst gab es keine Rückkäufe.

Der Schlüssel liegt im vierten Quartal. Gelingt es, die Servicemarge über die 24,2 Prozent hinaus zu steigern, kann Otis die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie von mindestens 4,01 Dollar erreichen.