Managementwechsel flankiert Vorbereitungen für US-Vermarktung

Outlook Therapeutics leitet eine personelle Neuausrichtung in der Führungsebene ein, um den Übergang von einem Forschungsunternehmen hin zu einem kommerziellen Akteur zu bewältigen.

Wie das Unternehmen der US-Börsenaufsicht SEC meldete, wird Kevin Lundquist mit Wirkung zum 1. September die Position des Chief Financial Officer sowie des Treasurer übernehmen. Er tritt damit die Nachfolge von Lawrence A. Kenyon an, der seine Ämter zum selben Zeitpunkt niederlegt. Lundquist übernimmt zudem die Rollen des Principal Financial Officer und des Principal Accounting Officer.

Dieser Wechsel in der Finanzführung steht in direktem Zusammenhang mit der geplanten Markteinführung von LYTENAVA (bevacizumab-vikg) in den Vereinigten Staaten. Das Medikament zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration (wet AMD) erhielt vor rund einem Monat die Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA.

Die Ernennung von Lundquist soll laut Unternehmensangaben die Planung für den kommerziellen Start unterstützen, der bis zum 31. Dezember angestrebt wird. CEO Bob Jahr bezeichnete die aktuelle Phase bei einer Investorenkonferenz als eine „transformative Periode“ für das Unternehmen nach der erreichten Zulassung.

Finanzielle Basis für den Markteintritt gesichert

Um die anstehende Kommerzialisierung und allgemeine betriebliche Zwecke zu finanzieren, hat Outlook Therapeutics vor rund zwei Wochen eine umfangreiche Kapitalmaßnahme abgeschlossen. Im Rahmen eines öffentlichen Angebots wurden 55.555.556 Stammaktien zusammen mit entsprechenden Optionsscheinen zu einem kombinierten Preis von 0,99 US-Dollar pro Einheit platziert.

Die Bruttoeinnahmen beliefen sich auf etwa 55 Millionen US-Dollar, woraus dem Unternehmen Nettoerlöse von circa 51,1 Millionen US-Dollar zuflossen. Die ausgegebenen Optionsscheine sind sofort zu einem Preis von 1,10 US-Dollar ausübbar und haben eine Laufzeit von fünf Jahren.

Parallel dazu passte das Unternehmen seine laufenden Finanzierungsprogramme an. Medienberichten zufolge beendete Outlook Therapeutics am 10. August die Prospektergänzung für sein „At-the-Market“-Aktienprogramm (ATM) mit H.C. Wainwright, wobei der zugrunde liegende Kaufvertrag jedoch bestehen blieb.

An der Börse spiegelten sich die jüngsten Entwicklungen und die Verwässerung durch die Kapitalerhöhung deutlich wider: Die Aktie notierte am Freitag zum Handelsschluss bei 0,6449 US-Dollar und verzeichnete auf Sicht der letzten 30 Tage ein Minus von 36 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf 59 Prozent.

Insider-Käufe signalisieren Vertrauen in LYTENAVA

Trotz der volatilen Kursentwicklung zeigen hochrangige Akteure innerhalb des Unternehmens Zuversicht. Im Zuge der Kapitalerhöhung Mitte August kam es zu deutlichen Insider-Käufen. Medienberichten zufolge erwarb Direktor Ghiath M. Sukhtian über GMS Ventures indirekt rund 2,5 Millionen Einheiten aus Aktien und Optionsscheinen für etwa 2,5 Millionen US-Dollar.

Auch das Management selbst beteiligte sich aktiv: CEO Robert Charles Jahr investierte rund 150.000 US-Dollar für 151.515 Einheiten, während der scheidende Finanzchef Lawrence A. Kenyon Aktien im Wert von etwa 100.000 US-Dollar erwarb.

Die operative Priorität liegt nun vollständig auf der Vorbereitung der Lieferketten und Vertriebswege in den USA. Mit der Begleitung durch die Investmentbanken Piper Sandler und BTIG als Konsortialführer der jüngsten Finanzierung sieht sich Outlook Therapeutics personell und finanziell gerüstet, um die ophthalmologische Formulierung von Bevacizumab bis zum Jahresende auf den Markt zu bringen.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie erfolgreich das Unternehmen die Marktanteile im Bereich der Netzhauterkrankungen nach der erfolgten FDA-Zulassung erschließen kann.