Anleger der Investmentgesellschaft Oxford Lane Capital blicken in dieser Woche auf eine markante Differenz zwischen dem Börsenwert und der Bewertung des Portfolios.

Das Unternehmen veröffentlichte am Montag eine vorläufige, ungeprüfte Schätzung des Nettoinventarwerts (NAV), die für das Ende des vergangenen Monats einen Wert zwischen 10,51 USD und 10,81 USD pro Stammaktie ausweist. Damit liegt die interne Bewertung des Kapitals signifikant über dem Börsenpreis, da die Aktie am Freitag bei 9,28 USD aus dem Handel ging.

Vorläufige Bewertung und Marktvolatilität

Die Schätzung basiert laut Unternehmensangaben auf rund 98,0 Millionen ausstehenden Stammaktien zum Stichtag am 31. Juli. Oxford Lane Capital betonte am Montag zudem, dass dieser NAV-Wert noch unter dem Vorbehalt der Marktvolatilität steht. Er hat bisher weder die Standardverfahren zum Quartalsabschluss durchlaufen noch liegt eine endgültige Genehmigung durch das Board of Directors vor.

Die Bekanntgabe dieser Spanne dient als Indikator für die Substanz des Portfolios, das sich primär aus verbrieften Kreditverpflichtungen zusammensetzt.

Trotz der Erholungstendenzen zum Wochenausklang notiert das Papier derzeit mit einem Abstand von -49 % deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im September des Vorjahres erreicht wurde. Immerhin konnte sich der Kurs in den letzten Wochen stabilisieren und liegt aktuell etwa 3,8 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 8,94 USD.

Meldungen über Beteiligungen an Vorzugsaktien

Parallel zur Veröffentlichung der Vermögenswerte wurden durch Meldungen an die US-Börsenaufsicht SEC bedeutende Positionsveränderungen bei den Vorzugsaktien des Unternehmens bekannt.

Am 14. August legte Karpus Management (handelnd als Karpus Investment Management) in mehreren geänderten Pflichtmitteilungen offen, substanzielle Anteile an verschiedenen Klassen der Vorzugsaktien zu halten.

Das Investmenthaus hält demnach unter anderem 887.243 Vorzugsaktien einer Tranche, was einem Anteil von 6,08 % dieser Klasse entspricht, sowie weitere Pakete von 4,30 % und 1,98 % in anderen Gattungen.

Am selben Tag wurde zudem eine Beteiligung des Investors Leroy Scott Frantz gemeldet. Dieser hält nun 400.000 kumulative befristete Vorzugsaktien, was einer Beteiligung von 5,01 % an dieser spezifischen Klasse entspricht. Diese Zuflüsse bei den Vorzugspapieren unterstreichen das Interesse institutioneller und privater Großinvestoren an den festverzinslichen Komponenten der Kapitalstruktur von Oxford Lane Capital.

Bilanzielle Entlastung und Ausblick auf Ausschüttungen

Medienberichten zufolge hat das Unternehmen im zum 30. Juni beendeten Geschäftsquartal Fortschritte bei der Reduzierung seiner Verbindlichkeiten erzielt. Die ausstehenden Verpflichtungen aus Vorzugsaktien wurden um 88,1 Millionen USD verringert. In der Folge sank der Verschuldungsgrad (Leverage) von zuvor 0,76x auf nun 0,67x.

Dieser Prozess der Bilanzoptimierung setzt sich fort: Für den kommenden Donnerstag, den 27. August, ist der Abschluss einer am 28. Juli angekündigten Teiltilgung von Schuldverschreibungen im Gesamtwert von 30 Millionen USD geplant. Diese 5,00 %-Anleihen mit Fälligkeit 2027 werden zu einem Preis von 25 USD pro Note zuzüglich aufgelaufener Zinsen zurückgekauft.

Hinsichtlich der Ertragslage für die Aktionäre herrscht bereits Planungssicherheit für das restliche Jahr. Oxford Lane Capital hat bereits Ende Juli monatliche Ausschüttungen auf die Stammaktien in Höhe von 0,20 USD pro Anteil festgelegt.

Diese Zahlungen sind für die Monate bis einschließlich Dezember 2026 terminiert. Trotz dieser stabilen Dividendenpolitik verweisen quantitative Analysen wie der GF Score, der bei 22 von 100 Punkten liegt, auf anhaltende Herausforderungen bei der Profitabilität und der Dynamik des Wertpapiers.