Palantir: $130 Millionen IRS-Vertrag enthüllt

Neue Dokumente belegen tiefe Verflechtung von Palantir mit der US-Steuerbehörde. Analysten bleiben trotz Kursverlusten optimistisch.

Palantir Aktie
Kurz & knapp:
  • IRS-Vertrag über 130 Millionen Dollar
  • Kritik an mangelnder Transparenz
  • Aktie unter Jahresanfangsniveau
  • Analysten sehen weiteres Potenzial

Steuerfahnder, Kryptowährungen, Bankdaten — und mittendrin Palantir. Neu veröffentlichte Vertragsdokumente zeigen, wie tief das Unternehmen in die Dateninfrastruktur der US-Steuerbehörde IRS eingebettet ist. Für eine Aktie, die bereits unter Druck steht, kommt das zur Unzeit.

130 Millionen Dollar für Steuerbehörde

Seit 2018 nutzt die Strafverfolgungsabteilung des IRS Palantirs Plattform „Lead and Case Analytics“ (LCA), um Verbindungen zwischen Millionen von Datensätzen aus verschiedenen Bundesbehörden sichtbar zu machen. Die Datenbasis ist breit: Steuererklärungen, Krankenversicherungsdaten aus dem Affordable Care Act, Banktransaktionen sowie sämtliche verfügbaren Daten des Finanzermittlungsnetzwerks FinCEN — einschließlich Transaktionen in Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple. Die Watchdog-Organisation American Oversight, die die Dokumente beschafft und mit dem Investigativmedium „The Intercept“ geteilt hat, beziffert die bisherigen Zahlungen auf über 130 Millionen Dollar.

Organisationsdirektorin Chioma Chukwu kritisiert vor allem die Konzentration sensibler Daten in einem einzigen System mit geringer Transparenz — betrieben von einem Unternehmen, dessen Geschäftsmodell auf Datenintegration und dem Ausbau von Überwachungskapazitäten beruhe.

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Politischer Gegenwind auf beiden Seiten des Atlantiks

Der Zeitpunkt ist ungünstig. In Großbritannien sorgt Palantirs Vertrag mit dem National Health Service seit Längerem für politischen Streit. In New York wurde ein vergleichbarer Vertrag mit dem städtischen Krankenhausnetzwerk nach öffentlichem Protest kürzlich gekündigt. Das Muster wiederholt sich: Wann immer Palantir mit sensiblen Bürgerdaten in Berührung kommt, folgt Widerstand.

An der Börse hinterlässt das Spuren. Die Aktie notiert in Frankfurt bei rund 120 Euro — rund 16 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und gut 33 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs von knapp 180 Euro.

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Analysten halten an hohen Kurszielen fest

Wall Street lässt sich davon bislang wenig beeindrucken. Rosenblatt bestätigte am 24. April sein Kaufvotum mit einem Kursziel von 200 Dollar und erwartet, dass Palantir die Q1-Prognosen übertreffen wird — mit einem Umsatzwachstum von 74 Prozent und einem Anstieg des bereinigten Betriebsergebnisses um 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Morgan-Stanley-Analyst Sanjit Singh sieht das Unternehmen als potenziell dominante Plattform im Unternehmensbereich, gestützt durch seine KI-Architektur und den Einsatz sogenannter „Forward-Deployed Engineers“.

Die fundamentalen Zahlen stützen diese Zuversicht grundsätzlich: Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 70 Prozent auf 1,41 Milliarden Dollar, das US-Handelsgeschäft legte sogar um 137 Prozent zu. Das Unternehmen schloss das Jahr schuldenfrei ab und hält Barmittel in Höhe von 7,2 Milliarden Dollar.

Die Bewertung bleibt allerdings ambitioniert. Trotz des Kursrückgangs wird die Aktie mit dem rund 64-fachen des für 2027 geschätzten freien Cashflows gehandelt. Wie viel Wachstum bereits eingepreist ist, wird der Markt spätestens beim nächsten Quartalsbericht prüfen — Palantir hatte für Q1 2026 einen Umsatz von rund 1,53 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, was einem sequenziellen Wachstum von knapp neun Prozent entspräche.

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