Palantir hat wieder Rückenwind, und diesmal kommt er aus zwei Richtungen. Große Investoren bauen ihre Positionen aus. Parallel liefert der KI-Softwareanbieter Zahlen, die die hohe Bewertung zumindest besser erklären. Das macht die Aktie spannend, aber auch anfällig für jede Enttäuschung.
Der Kurs liegt am Montag bei 138,82 Euro und gewinnt 3,46 Prozent. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 16,64 Prozent.
Große Adressen bauen aus
Ende Mai hielten institutionelle Investoren und Hedgefonds rund 55,31 Prozent der ausstehenden Palantir-Aktien. Das ist für einen stark diskutierten KI-Wert ein wichtiges Signal. Mehr große Adressen im Aktionariat können Kurse stabilisieren, sie erhöhen aber auch die Erwartungen.
Vanguard kommt inzwischen auf etwa 215,4 Millionen Aktien. State Street baute die Position zuletzt um 7,2 Prozent aus. Neue Positionen von Florida Financial Advisors und Sage Investment Advisers runden das Bild ab.
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Die Käufe passen zur Erzählung am Markt: Palantir gilt nicht nur als KI-Story, sondern als Anbieter mit bereits laufenden Plattformen in Behörden und Unternehmen. Genau dieser Punkt zählt gerade. Investoren suchen Firmen, die KI nicht nur versprechen, sondern in bestehenden Produkten monetarisieren.
Zahlen stützen die KI-Erzählung
Die Quartalszahlen liefern dafür Munition. Im ersten Quartal erzielte Palantir einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,33 Dollar. Erwartet waren 0,28 Dollar.
Der Umsatz stieg um 85 Prozent auf 1,633 Milliarden Dollar und lag über den erwarteten 1,54 Milliarden Dollar. Das Wachstum war damit nicht nur stark, sondern auch besser als vom Markt eingepreist.
Besonders wichtig bleibt das US-Geschäft mit Firmenkunden. Dort sprang der Umsatz um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Für Palantir ist das der Bereich, der aus der Regierungsabhängigkeit herausführt.
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Das Management reagierte mit einer höheren Jahresprognose. Für 2026 peilt Palantir nun Erlöse von 7,65 bis 7,662 Milliarden Dollar an. Beim bereinigten freien Cashflow liegt die Zielspanne bei 4,2 bis 4,4 Milliarden Dollar.
Software bekommt wieder Rückenwind
Der gesamte Software-Sektor profitiert von einer veränderten KI-Sicht. Kommentare von Nvidia-Chef Jensen Huang stützen diese Lesart: KI kann bestehende Software-Plattformen beschleunigen, statt sie zu verdrängen.
Starke Zahlen von Partnern wie Dell helfen ebenfalls. Sie mindern die Sorge, klassische Software-Tools könnten durch neue KI-Systeme schnell veralten. Für Palantir ist das zentral, weil die Bewertung auf anhaltend hohes Wachstum setzt.
Mit einer Börsenbewertung von 375,27 Milliarden Dollar ist Palantir längst kein Nischenwert mehr. Der Markt bezahlt bereits sehr viel Zukunft. Genau deshalb zählt jede Bestätigung im operativen Geschäft.
Der Konsens von 31 Analysten lautet auf „Moderate Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 192,76 Dollar und signalisiert rund 23,1 Prozent Potenzial. Nach dem schnellen Kursanstieg bleibt die Messlatte hoch: Palantir muss das Tempo im US-Firmengeschäft halten und die angehobene Cashflow-Prognose liefern.
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