Palantir-Aktien legen am Montag um 3,93 Prozent zu und erreichen 112,14 Euro. Anleger positionieren sich vor den kommenden Quartalszahlen des Softwarekonzerns. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 28,63 Prozent zu Buche.

Erholung nach schwacher Woche

Der Kursgewinn macht einen Teil der Vorwochenverluste wett. In den sieben Tagen zuvor hatte die Aktie 5,19 Prozent verloren. Den größten Einbruch gab es am Mittwoch mit einem Minus von 6,1 Prozent. Grund dafür war verschärfte britische Aufsicht: Der staatliche Gesundheitsdienst NHS England versah positive Ergebnisse zur Palantir-Gesundheitsplattform mit Einschränkungen, wie die Financial Times berichtete.

Die Aktie bleibt trotz der Erholung deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 131,34 Euro entfernt. Der Abstand beträgt 14,62 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 179,98 Euro aus dem November 2025 klafft sogar eine Lücke von 37,69 Prozent.

Analysten uneins vor den Zahlen

Die Rally trifft auf ein gespaltenes Bild an der Wall Street. Investor Michael Burry hält weiterhin eine Short-Position gegen Palantir. Citi-Analyst Tyler Radke senkte sein Kursziel zwar von 225 auf 200 Dollar, hob aber gleichzeitig seine Schätzungen an.

Radkes Einschätzung trifft einen wunden Punkt: Das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von Palantir könnte selbst eine starke Überraschung bei den Zahlen im August bereits eingepreist haben. Trotzdem bleibt die Mehrheit der Analysten bullish. Käufer-Empfehlungen dominieren, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 185,36 Dollar. Die Spanne reicht von 70 bis 255 Dollar – ein Zeichen dafür, wie unterschiedlich die Bewertungsmodelle für das Unternehmen ausfallen.

Wachstum gegen hohe Bewertung

Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob das Wachstum die hohe Bewertung rechtfertigt. Der Analystenkonsens erwartet für die kommenden zwei Jahre ein Umsatzwachstum von rund 47 Prozent pro Jahr. Das liegt deutlich unter den 68 Prozent, die Palantir im vergangenen Jahr tatsächlich lieferte, und weit unter den 85 Prozent des jüngsten Quartals.

Das Management selbst zeigt sich optimistischer als die Analysten. Beim letzten Earnings Call hob der Konzern seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 an – sie impliziert nun ein Wachstum von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten rechnen also vorsichtiger als das Unternehmen selbst.

Treiber dieser Entwicklung ist die boomende Nachfrage nach der Artificial-Intelligence-Plattform, besonders in den USA. Der kommerzielle Umsatz in den Vereinigten Staaten wuchs zuletzt um 133 Prozent im Jahresvergleich.

Optionsmarkt erwartet großen Ausschlag

Mit den anstehenden Zahlen rechnen Optionshändler mit einer heftigen Kursbewegung. Analysten gehen von einem starken Bericht aus. Entscheidend dürfte weniger die reine Ergebnisüberraschung sein als die Prognose für die kommenden Quartale – angesichts der im Vergleich zu anderen Unternehmen aus dem Bereich Unternehmenssoftware und KI hohen Bewertung von Palantir.