Palantir bekommt von DA Davidson ein deutlich höheres Kursziel verpasst: 250 Dollar statt bisher 200 Dollar, Rating weiterhin Buy. Auslöser ist die Kundenkonferenz AIPCon11, auf der Palantir sein Konzept der „AI Sovereignty“ vorstellte — und offenbar auf Resonanz stößt.
Kontrollinstanz für KI-Modelle
DA Davidson sieht Palantir auf dem Weg, zur zentralen Steuerungsebene für Unternehmen zu werden, die zunehmend anspruchsvoller bei der Auswahl und Verwaltung ihrer KI-Modelle vorgehen. Das Unternehmen positioniert sich als Orchestrierungs- und Kontrollschicht für eine wachsende Zahl von Kunden aus Staat, Verteidigung, Gesundheitswesen und Industrie.
Besonders hervorgehoben wird eine Kooperation mit Nvidia: Palantir hat für den Chiphersteller ein Lieferkettenmanagement-System aufgebaut, das auf dessen Nemotron-Technologie setzt.
Das Analysehaus wertet dies als Lösung für ein zentrales Problem von Nvidia und als Beleg für die wachsende Reichweite von Palantirs Softwareplattform. Nach Einschätzung von DA Davidson würden viele institutionelle Investoren inzwischen erkennen, zu wenig Palantir-Aktien im Depot zu halten.
Die Geschäftszahlen liefern den Unterbau für diesen Optimismus. Der Umsatz wuchs zuletzt um 79 Prozent, die Bruttomarge liegt bei rund 85 Prozent. Die Marktbewertung erreicht mittlerweile knapp 400 Milliarden Dollar.
Bewertung bleibt der Knackpunkt
Ganz ungetrübt ist das Bild trotzdem nicht. Die Aktie handelt aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 133 auf Basis der vergangenen zwölf Monate — ein Wert, der wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt.
Ein Fair-Value-Modell taxiert den fairen Kurs sogar deutlich unter dem aktuellen Niveau, während die durchschnittlichen Analystenziele weiterhin Aufwärtspotenzial signalisieren. Diese Diskrepanz zeigt: Der Markt preist bereits Jahre erfolgreicher Ausführung ein.
Die technischen Signale spiegeln diese Zerrissenheit wider. Kurzfristig deutet der Tagestrend auf Verkaufsdruck hin, während Wochen- und Monatstrend klar auf „Strong Buy“ stehen. Das jüngste Quartalsergebnis vom 3. August, das mit einem Gewinn je Aktie von 0,41 Dollar die Erwartungen übertraf, hatte die Aktie um über 32 Prozent nach oben katapultiert.
Der nächste Quartalsbericht ist für den 9. November terminiert. Bleibt das Umsatzwachstum auf dem aktuellen Niveau von knapp 79 Prozent, dürfte das die optimistischeren Kursziele stützen. Verlangsamt sich das Tempo merklich, würde die Bewertungslücke zum Fair-Value-Modell deutlich sichtbarer werden.
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