Metaplanet steht vor einer entscheidenden Woche. Am Mittwoch, 3. Juni 2026, tritt Palantir Technologies zur jährlichen Hauptversammlung an — und der Termin könnte zum Stresstest werden. Norwegens Staatsfonds, mit 2,3 Billionen Dollar der größte der Welt, hat angekündigt, für zwei Aktionärsanträge zu stimmen, die das Management ablehnt. Es geht um Menschenrechte, Transparenz und die Arbeit für US-Behörden.
Die Aktie schloss am Freitag bei 134,18 Euro, ein Plus von 9,04 Prozent. In sieben der letzten zehn Handelstage ging es aufwärts, das Handelsvolumen lag 41 Millionen Aktien über der Vorsitzung. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Minus von 6,23 Prozent zu Buche.
Norwegens Staatsfonds greift ein
Norges Bank Investment Management (NBIM) gab bekannt, bei der Hauptversammlung für Anträge zur Prüfung der Menschenrechtsrisiken und zur Offenlegung politischer Spenden zu stimmen. Der Fonds hält sich mit solchen Schritten normalerweise zurück — wenn er Position bezieht, hat das Gewicht.
Die Kritik kommt nicht nur aus Oslo. Am 14. Mai 2026 schickten 34 Investoren mit einem verwalteten Vermögen von über 336 Milliarden Dollar einen Brief an den Vorstand. Ihr Vorwurf: unzureichende Sorgfaltsprüfung und mangelnde Transparenz beim Einsatz der Palantir-Produkte. Im Februar forderte der New York City Comptroller eine unabhängige Risikoanalyse zur Zusammenarbeit mit dem Department of Homeland Security (DHS) und der Einwanderungsbehörde ICE. ABP, der größte niederländische Pensionsfonds, hat sich bereits von Palantir getrennt. In mehreren US-Bundesstaaten wächst der Druck auf Pensionskassen, diesem Beispiel zu folgen.
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Was zur Abstimmung steht
Auf der Tagesordnung stehen die Wahl von sieben Direktoren, die Bestätigung von Ernst & Young als Abschlussprüfer für 2026, die beratende Abstimmung über die Vorstandsvergütung — und die umstrittenen Aktionärsanträge.
Antrag 5 zielt direkt auf die Arbeit für ICE und DHS. Bürgerrechtsorganisationen, Datenschutzaktivisten und Journalisten werfen Palantir vor, Systeme bereitzustellen, die Gesundheitsdaten überwachen, Privatsphäre verletzen und rechtsstaatliche Verfahren aushöhlen. Der Vorstand hat in der Proxy-Einreichung offiziell gegen die Menschenrechtsanträge Stellung bezogen.
Starke Zahlen, schwache Käufe
Die Governance-Debatte läuft parallel zu außergewöhnlichen Geschäftszahlen. Im ersten Quartal 2026 meldete Palantir einen bereinigten Gewinn je Aktie von 33 Cent bei erwarteten 28 Cent. Der Umsatz lag bei 1,63 Milliarden Dollar statt der prognostizierten 1,54 Milliarden — ein Wachstum von rund 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es war das elfte Quartal in Folge mit beschleunigtem Umsatzwachstum.
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Die US-Erlöse stiegen um 104 Prozent auf 1,28 Milliarden Dollar, der kommerzielle US-Umsatz um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Die Kundenzahl kletterte um 31 Prozent auf 1.007. Der verbleibende Deal-Wert summierte sich auf 11,8 Milliarden Dollar, der bereinigte Free Cashflow auf 925 Millionen Dollar.
Für das zweite Quartal stellte das Management 1,8 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, der Konsens lag bei 1,68 Milliarden. Die Jahresprognose für 2026 wurde auf 7,65 bis 7,66 Milliarden Dollar angehoben — ein Jahressprung von 71 Prozent.
Insider-Verkäufe bleiben ein Thema. CEO Alexander Karp veräußerte am 20. Mai 2026 rund 397.744 Aktien für etwa 54 Millionen Dollar. Laut SEC-Unterlagen hat Karp in den vergangenen fünf Jahren 37 Transaktionen getätigt — ausschließlich Verkäufe, kein einziger Kauf. In den letzten drei Monaten verkauften Insider Aktien im Wert von 422 Millionen Dollar, Käufe gab es keine.
Zahlen-Countdown
Die Aktie notiert rund 25 Prozent unter ihrem Allzeithoch. Technische Unterstützung wird bei 140,06 und 139,26 Dollar gesehen. Am 3. August 2026 folgen die Zahlen für das zweite Quartal — der entscheidende Test, ob Palantir das Wachstumstempo halten kann, das die Bewertung voraussetzt.
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