Palantir-Aktien schießen um 7,01 Prozent nach oben und schließen bei 115,70 Euro. Der Sprung passiert ausgerechnet vor der wichtigsten Woche des Jahres für das Unternehmen. Die Quartalszahlen kommen Anfang August, und der Markt positioniert sich offenbar für eine positive Überraschung statt für Enttäuschung.
Eine Wette gegen den Trend
Michael Burry, bekannt für seine Warnung vor der Finanzkrise 2008, hat seine Short-Position gegen Palantir vor dem Zahlentermin am 3. August noch verstärkt. Seine These: Selbst rasantes Wachstum rechtfertigt die aktuelle Bewertung nicht. Diese Haltung steht im scharfen Kontrast zur Stimmung an der Wall Street.
21 Analysten bewerten die Aktie Ende Juli 2026 mit Kaufempfehlung, und die Erwartungen für den August-Bericht steigen weiter. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 160,17 Euro — ein Aufschlag von rund 38 Prozent zum aktuellen Niveau. Diese Lücke erklärt, warum Bullen und Shortseller derzeit so sichtbar um diesen Titel ringen.
Warum die Skeptiker früh dran sein könnten
Burrys Skepsis kommt nicht aus dem Nichts. Palantirs Bewertung zählt weiterhin zu den anspruchsvollsten im Softwaresektor. Zu Jahresbeginn handelte die Aktie mit dem 250-fachen des Gewinns der vergangenen zwölf Monate.
Kritiker verweisen zudem auf einen Präzedenzfall. Im Mai meldete Palantir ein Umsatzwachstum von 85 Prozent und hob die Prognose an — trotzdem rannte die Aktie damals nicht los. Genau dieses Muster könnte sich wiederholen.
Die Fundamentaldaten erzählen allerdings eine andere Geschichte. Das Geschäft beschleunigt sich, es bremst nicht ab. Die Ausgangslage vor den Zahlen wirkt asymmetrisch: Alles unter 85 Prozent Umsatzwachstum plus einer deutlichen Prognoseanhebung dürfte die Aktie abstürzen lassen. Die Messlatte liegt also hoch — aber Palantir hat sie in den vergangenen Quartalen wiederholt übersprungen.
Das Chartbild hellt sich auf
Der Kurssprung von 7 Prozent bringt die Aktie über ihren 50-Tage-Durchschnitt von 114,36 Euro. Vom Allzeithoch bei 179,98 Euro im November bleibt der Titel dennoch 35,7 Prozent entfernt, der Abwärtstrend seit damals ist noch nicht gebrochen. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 26,36 Prozent zu Buche.
Zugleich hat sich die Aktie seit ihrem Jahrestief von 93,30 Euro Ende Juni um 24 Prozent erholt, und der 14-Tage-RSI von 53,6 zeigt: Von einer überkauften Lage ist der Titel noch weit entfernt. Bei einer annualisierten Volatilität von 53 Prozent bleibt das aber ein Papier für starke Nerven — Ausschläge in beide Richtungen rund um den Zahlentermin sind programmiert.
Meine Einschätzung: Chancen überwiegen Risiken
Die Marktkapitalisierung von rund 259 Milliarden Euro preist bereits erhebliches künftiges Wachstum ein. Genau daran wird sich die Wette zwischen Burry und den Bullen entscheiden. Liefert das Management erneut beschleunigtes Wachstum im US-Commercial-Geschäft samt frischer Prognoseanhebung, dürfte die Aktie schnell in Richtung ihres 100-Tage- oder sogar 200-Tage-Durchschnitts zurücklaufen.
Trifft das Wachstum die hohen Erwartungen nur, ohne positiv zu überraschen, ist eine „Sell the News“-Reaktion genauso wahrscheinlich wie weitere Gewinne — das zeigt der bisherige Jahresverlauf. Unterm Strich sehe ich das Chance-Risiko-Verhältnis vor den Zahlen eher auf Seiten der Bullen als auf Seiten der Shortseller.
Ein Unternehmen, das weiterhin in diesem Tempo wächst und dabei 38 Prozent unter dem Kursziel des Analystenkonsens notiert, macht Burrys Wette zu einem schwierigen Unterfangen. Sein Bewertungsargument ist deshalb nicht automatisch falsch. Die kommenden Tage entscheiden, ob die Rally dieser Woche der Beginn einer echten Erholung war — oder nur eine weitere Finte in einem ohnehin volatilen Jahr.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

