Strikte Sicherheitsanforderungen bestimmen zunehmend den Einsatz künstlicher Intelligenz in sensiblen Unternehmensbereichen. Berichten des US-Branchendienstes The Information zufolge schränkt Palantir Technologies gemeinsam mit Technologiepartnern wie Nvidia den Zugriff auf externe Großmodelle von Anbietern wie Anthropic und OpenAI spürbar ein.

Im Mittelpunkt stehen Bedenken bezüglich des Schutzes vertraulicher Kundendaten. Am Markt stieß die Fokussierung auf Datensouveränität auf Zuspruch: Im gestrigen Handel legte die Palantir-Aktie um 4,1 Prozent auf einen Schlusskurs von 150,14 Euro zu.

Bedenken wegen fehlender Speichergarantien

Auslöser der Restriktionen sind fehlende Garantien zur vollständigen Nicht-Speicherung von Eingabedaten. Bei Modellen wie Fable des Entwicklers Anthropic fehlen den Berichten zufolge verbindliche Zusicherungen einer sogenannten Zero-Data-Retention-Richtlinie. Palantir hat das entsprechende Modell daher nicht über die eigene Softwareumgebung freigegeben.

Hintergrund sind Richtlinienanpassungen bei KI-Anbietern, die Daten teils über Zeiträume von bis zu 30 Tagen vorhalten. Für Kunden aus dem staatlichen Sektor und streng regulierten Branchen birgt dies erhebliche Compliance-Risiken. Parallel dazu treibt das Pentagon die Verlagerung klassifizierter Arbeitslasten weg von geschlossenen Fremdmodellen voran.

Für Palantir erweist sich die strenge Abschirmung von Plattformen wie Foundry und der Artificial Intelligence Platform (AIP) dabei als zentrales Argument gegenüber Unternehmenskunden, die einen unkontrollierten Abfluss von Geschäftsgeheimnissen fürchten.

Widerstand gegen Drosselung der Entwicklung

Inmitten dieser Debatte bezog das Management auch zur generellen Ausrichtung der Branche klar Stellung. Palantirs Chief Technology Officer Shyam Sankar trat Vorstößen führender KI-Entwickler entgegen, die zuletzt ein langsameres Entwicklungstempo gefordert hatten.

Anthropic-Chef Dario Amodei und OpenAI-Chef Sam Altman hatten Sicherheitsbedenken geäußert, was bei Halbleiterwerten zu deutlichen Kursverlusten führte. Sankar kritisierte solche Bremsversuche scharf und warnte davor, den Zugang zu zukunftsweisenden Technologien künstlich zu verengen.

Dass Softwarelösungen unabhängig von theoretischen Sicherheitsdiskussionen in den produktiven Einsatz übergehen, untermauern jüngste Kundenprojekte. So entwickelte Palantir auf Basis von Foundry und AIP eine Plattform für juristisches Drafting und Compliance bei der Anwaltskanzlei Kirkland & Ellis, die bereits im regulären Betrieb läuft.

Wall Street bleibt bei der Bewertung gespalten

Das Vertrauen in die kommerzielle Nachfrage spiegelt sich auch in den Einschätzungen der Analysten wider. Während das Analysehaus D.A. Davidson an seiner Kaufempfehlung festhält und ein Kursziel von 250 US-Dollar ausruft, verweist Rosenblatt auf ein Ziel von 225 US-Dollar.

Demgegenüber stehen vereinzelte Warnungen vor der anspruchsvollen Bewertung des Datenanalysekonzerns. Investoren wie Michael Burry hatten zuletzt auf das hohe Multiple hingewiesen. Anleger honorieren vorerst jedoch vor allem das Geschäftsmodell, das Unternehmen den gesicherten Einsatz generativer Werkzeuge innerhalb geschützter Dateninfrastrukturen ermöglicht.