Rekordergebnisse, die den Kurs trotzdem nach unten schicken — bei Palantir ist das keine Anomalie mehr, sondern das Grundmuster der Debatte. Nach dem stärksten Quartal seit dem Börsengang prallten Bullen und Bären erneut aufeinander. Das Ergebnis: Analyst-Upgrades auf der einen Seite, ein Kurs deutlich unter dem Jahreshoch auf der anderen.
Zahlen, die begeistern — und ein Haken
Das erste Quartal 2026 lieferte auf dem Papier fast alles, was Wachstumsinvestoren wollen. Der Umsatz kletterte auf 1,63 Milliarden Dollar, rund 85 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf mit 33 Cent die Konsenserwartung von 28 Cent. Der Nettogewinn vervierfachte sich auf knapp 870 Millionen Dollar.
Trotzdem verlor die Aktie nach dem Bericht fast sieben Prozent. Der Grund: Das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden enttäuschte. Mit 595 Millionen Dollar lag es spürbar unter den Erwartungen der Analysten — und das reichte, um die Stimmung zu kippen.
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Das Regierungsgeschäft lief indes deutlich besser. Einnahmen von US-Behörden stiegen um 84 Prozent auf 687 Millionen Dollar — eine Beschleunigung gegenüber dem Vorquartal. CEO Alex Karp erwartet, dass das US-Gesamtgeschäft aus Regierung und Kommerz bis 2027 erneut verdoppelt. In seinem Aktionärsbrief grenzte er Palantir scharf von reinen KI-Modellentwicklern ab: Während Wettbewerber in einem Rennen steckten, bei dem „Gewinner und Verlierer alle sechs Monate die Plätze tauschen“, baue Palantir ein dauerhaftes Geschäftsmodell.
Analysten: Upgrades und Skepsis zugleich
Der Kursrückgang löste eine Welle von Neubewertungen aus. Argus stufte die Aktie auf Kaufen hoch mit einem Kursziel von 190 Dollar — die Bank wertet den Jahresverlust als übertriebene Reaktion und setzt auf operativen Hebel durch KI-Nachfrage. Citi hob das Ziel auf 225 Dollar an und sieht die KI-Dynamik als Treiber für das US-Geschäft.
Auf der anderen Seite steht handfeste Skepsis. DA Davidson senkte das Kursziel auf 165 Dollar und blieb bei Neutral. RBC Capital setzt das Ziel auf 90 Dollar — und erwartet damit einen deutlichen Rückgang innerhalb der nächsten zwölf Monate.
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Bewertung als Knackpunkt
Der eigentliche Streitpunkt ist das Multiple. Palantir wird mit dem rund 154-fachen der Gewinne der letzten zwölf Monate bewertet, auf Basis der Gewinnschätzungen für die nächsten zwölf Monate immer noch mit dem 114-fachen. Aktienbasierte Vergütungen von 684 Millionen Dollar im laufenden Geschäftsjahr belasten die Qualität der Gewinne. Hinzu kommt: Insider haben zuletzt in 72 Transaktionen netto verkauft.
Das Management hob die Jahresumsatzprognose auf 71 Prozent Wachstum an, das US-Kommerzsegment soll sogar um 120 Prozent zulegen. Ob diese Guidance die Bewertung trägt, bleibt der Kern der Auseinandersetzung.
An der Frankfurter Börse notiert die Aktie bei rund 117 Euro — gut 18 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und mehr als 35 Prozent vom 52-Wochen-Hoch entfernt. Der RSI von 40 signalisiert keinen Überverkauf, aber auch keine Erholung. Solange das internationale Kommerzsegment schwächelt und das Bewertungsniveau kaum Spielraum für Fehler lässt, bleibt jedes Analyst-Upgrade zunächst ein Ausblick — kein Fundament.
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