Neuer Regierungsauftrag, starkes Wachstum, aber ein Kurs rund 30 Prozent unter dem Jahreshoch — bei Palantir prallen gerade zwei Welten aufeinander. Am 4. Mai folgen die Quartalszahlen, die zeigen müssen, ob der Bewertungsaufschlag noch zu rechtfertigen ist.
FAA setzt auf Palantir — vorerst allein
Am 9. April vergab das FAA Logistics Center einen Alleinauftrag an Palantir für die Datenmodernisierung und KI-Integration seiner Systeme. Die Behörde begründete die Direktvergabe damit, dass kein anderer Anbieter die Anforderungen ohne unvertretbare Verzögerungen erfüllen könne. Der Auftrag umfasst Foundry-SaaS-Lizenzen und Integrationsleistungen für sechs Monate, Vergabedatum soll der 1. Mai sein.
Das ist nicht der einzige Hebel. Die FAA lässt Palantir, Thales und Air Space Intelligence um ein KI-System für das Luftverkehrsmanagement konkurrieren — das sogenannte SMART-System. Es nutzt hochpräzise 4D-Modellierung, um Engpässe und Konflikte zu antizipieren, bevor Flugzeuge überhaupt abheben. Der Kongress hat bereits 12,5 Milliarden Dollar bereitgestellt; rund 20 Milliarden Dollar fehlen noch zur Fertigstellung des Gesamtprogramms.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Palantir?
Strukturvorteil, aber kein Freifahrtschein
Palantir betreibt bereits eine aktive Foundry-Umgebung bei der FAA — mit proprietären Integrationen quer durch die Behördeninfrastruktur. Das verschafft dem Unternehmen einen erheblichen Vorsprung gegenüber Thales und Air Space Intelligence. Thales hat allerdings seinen eigenen Heimvorteil: In Europa, wo die SESAR-Initiative rund 350 Millionen Euro für ähnliche Modernisierungen bereitstellt, dürfte die EU-KI-Verordnung Palantirs Expansion bremsen.
Das Verteidigungsgeschäft wächst parallel. Im März 2026 schloss Palantir eine strategische Partnerschaft mit Ondas und World View Enterprises, um eine KI-gestützte Multi-Domain-Plattform zu entwickeln — mit Stratosphärenballons, autonomen Drohnen und Bodenrobotern. Eine Tochtergesellschaft von Ondas erhielt jüngst einen Auftrag über 10 Millionen Dollar im Rahmen eines israelischen Grenzsicherungsprogramms, bei dem Palantirs Software als gemeinsame Kommandoschicht fungiert.
Wachstum gegen Bewertung
Die Fundamentaldaten sind beeindruckend. Im vierten Quartal 2025 wuchs der Umsatz um 70 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar — deutlich über den Erwartungen. Das US-Handelsgeschäft legte um 137 Prozent zu, der Gesamtauftragswert stieg um 138 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Palantir ein Umsatzwachstum von 61 Prozent an, mehr als doppelt so schnell wie der nächstschnellere Software-Wettbewerber.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Palantir?
Morgan Stanley hob Mitte April die Möglichkeit einer weiteren Beschleunigung und einer Anhebung der Jahresziele hervor, wenn die Q1-Zahlen erscheinen.
Die Kehrseite: Bei einer Marktkapitalisierung von rund 350 Milliarden Dollar und einem Jahresumsatz knapp unter 4,5 Milliarden Dollar handelt die Aktie zum 78-fachen des Umsatzes, das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt jenseits der 200. Die Aktie notiert aktuell rund 30 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn etwa 12 Prozent verloren — trotz einer Nettomarge von 36 Prozent und außergewöhnlichem Wachstum. Kein Wunder, dass die Analystengemeinde tief gespalten bleibt.
Am 4. Mai wird Palantir Q1-Ergebnisse vorlegen. Schlägt das Unternehmen erneut die Erwartungen und hebt die Jahresprognose an, könnte das die Bewertungsdiskussion zumindest vorübergehend beenden.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 22. April liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

