Der tiefste Stand seit über einem Jahr — und zwei prominente Investoren reagieren gegensätzlich. Während Michael Burry den Kurseinbruch öffentlich kommentiert, greift Cathie Woods ARK-Fonds für rund 9,7 Millionen Dollar nach. Das Bild, das sich dabei ergibt, zeigt, wie tief das Lager der Palantir-Beobachter derzeit gespalten ist.
Bis auf 113,90 Dollar fiel die Aktie am Mittwoch — der niedrigste Kurs seit Mai 2025. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 30 Prozent verloren, allein im Juni summiert sich das Minus auf etwa 25 Prozent. Vom Rekordschlusskurs von gut 207 Dollar aus dem November 2025 ist Palantir damit weit entfernt.
Was hinter dem Ausverkauf steckt
Als Hauptursache gilt die weiterhin sehr hohe Bewertung. Das vorausschauende Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 81, das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei 59 — verglichen mit einem NASDAQ-Composite-Schnitt von 5,5 ist das ein erheblicher Aufschlag. In einem nervösen Marktumfeld reicht das, um Verkaufsdruck auszulösen.
Dabei liefern die operativen Zahlen ein anderes Bild. Im ersten Quartal 2026 erzielte Palantir einen Umsatz von 1,63 Milliarden Dollar — ein Zuwachs von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 0,33 Dollar, nach 0,13 Dollar zwölf Monate zuvor. Das US-Geschäft, das inzwischen 79 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, wuchs um 104 Prozent.
Auftragsbestand gibt Perspektive
Ein zentraler Indikator für künftiges Wachstum ist der sogenannte Remaining Deal Value — der Gesamtwert noch laufender Verträge. Er hat sich im Jahresvergleich nahezu verdoppelt und liegt bei 11,8 Milliarden Dollar. Allein im ersten Quartal wurden neue Verträge über 2,4 Milliarden Dollar abgeschlossen. Das übersteigt den im gleichen Zeitraum erfassten Umsatz deutlich und deutet darauf hin, dass der Auftragsfluss dem Wachstumstempo vorauseilt.
Das zentrale Risiko bleibt neben der Bewertung die starke Abhängigkeit von staatlichen US-Verträgen — ein Segment, das politischen Budgetentscheidungen unterliegt. Kein Wunder, dass Anleger bei einem Bewertungsaufschlag dieser Größenordnung wenig Spielraum für Enttäuschungen lassen.
Am 3. August 2026 folgt der Quartalsbericht für das zweite Quartal. Dann zeigt sich, ob der hohe Auftragsbestand weiter in Umsatz fließt und ob die Jahresumsatzguidance von 7,66 Milliarden Dollar Bestand hat. Dieser Termin dürfte die Richtung für den Rest des Jahres wesentlich mitbestimmen.
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