Palantir Technologies sichert sich einen strategischen Partner für die Vermarktung seiner KI-Plattformen. Die am Dienstag bekannt gegebene Kooperation mit dem Cloud-Spezialisten Rackspace Technology könnte die kommerzielle Verbreitung von Foundry und AIP deutlich beschleunigen. Gleichzeitig sorgt der Umzug des Hauptsitzes von Denver nach Miami für Aufsehen.

Managed Operations als Wachstumshebel

Die Partnerschaft mit Rackspace adressiert ein zentrales Problem: Viele Unternehmen scheitern daran, KI-Plattformen in die Produktion zu bringen, weil ihnen die nötige Expertise fehlt. Rackspace übernimmt nun die komplette technische Umsetzung – von der Datenmigration über das Hosting bis zum laufenden Betrieb der Palantir-Software. Besonders für regulierte Branchen interessant: Die Plattformen laufen in Racksapce-Rechenzentren, die strenge Compliance- und Datensouveränitätsanforderungen erfüllen.

Rackspace hat bereits 30 speziell geschulte Ingenieure im Einsatz und plant, diese Zahl binnen zwölf Monaten auf über 250 zu erhöhen. Die Deployment-Zeiten sollen sich von Monaten oder Jahren auf Wochen reduzieren. „Organisationen brauchen KI, die in der Produktion funktioniert, nicht nur in Demos“, kommentierte Rackspace-Chef Gajen Kandiah die Zusammenarbeit.

Mizuho dreht ins positive Lager

Die Investmentbank Mizuho stufte Palantir am Mittwoch von „Neutral“ auf „Outperform“ hoch und setzt ein Kursziel von 195 Dollar. Die Analysten verweisen auf das einzigartige Wachstumsprofil: 56,2 Prozent Umsatzplus in den vergangenen zwölf Monaten bei einer Bruttomarge von 82,4 Prozent. Nach dem Kursrückgang von 25,2 Prozent seit Jahresbeginn sei das Risiko-Rendite-Profil nun attraktiv. Das Bewertungsmultiplikator Enterprise Value zu Free Cashflow ist in den ersten sechs Wochen des Jahres um 46 Prozent gefallen.

Miami statt Denver – Proteste als Treiber?

Der am Dienstag angekündigte Umzug des Hauptsitzes nach Miami erfolgte ohne offizielle Begründung. In Denver hatte es wiederholt Proteste gegen Palantir gegeben – sowohl wegen der Unterstützung des israelischen Militärs als auch wegen der Zusammenarbeit mit der US-Einwanderungsbehörde ICE, bei der KI-Systeme zur Identifikation von Abschiebungskandidaten eingesetzt werden.

Miami entwickelt sich seit der Pandemie zur Tech-Metropole mit niedrigen Steuern und attraktivem Geschäftsklima. Nach Citadels Umzug 2022 haben Apple, Amazon und ServiceNow ihre Präsenz ausgebaut. Palantir-Chairman Peter Thiel eröffnete Ende 2025 bereits ein Büro seiner Investmentfirma im Stadtteil Wynwood.

Im vorbörslichen NASDAQ-Handel am Mittwoch legte die Palantir-Aktie um 2,87 Prozent auf 136,84 Dollar zu.