Palantir Aktie: Erster im Defense-KI-Rennen

Der Analyst Dan Ives sieht Palantir als führenden KI-Anbieter für Verteidigung. Das Unternehmen profitiert von langfristigen Pentagon-Aufträgen, während die hohe Bewertung weiterhin diskutiert wird.

Palantir Aktie
Kurz & knapp:
  • Analyst sieht Palantir als KI-First-Mover bei Verteidigung
  • Milliardenschwere Pentagon-Verträge sichern langfristige Finanzierung
  • Starkes Umsatzwachstum im US-Regierungs- und Handelsgeschäft
  • Hohe Bewertungsmultiples bleiben zentraler Streitpunkt

Wedbush-Analyst Dan Ives bezeichnet Palantir als den entscheidenden „First Mover“ in einem strukturellen Rüstungs-KI-Zyklus — und liefert damit eine der meistbeachteten Einschätzungen dieser Woche. Hinter dem Optimismus steckt mehr als ein starkes Quartalsergebnis: Es geht um Milliarden-Verträge, politische Rückendeckung und eine Bewertung, die selbst Befürworter ins Grübeln bringt.

Pentagon-Aufträge als Fundament

Ende März bestätigte Ives sein „Outperform“-Rating und hob das Kursziel auf 230 Dollar an. Seine These: Verteidigungsausgaben für KI sind kein Pilotprojekt, sondern ein dauerhafter Haushaltsposten. Palantir besitze dabei die entscheidende Softwareschicht — Oracle und Microsoft lieferten die Infrastruktur darunter.

Konkreten Rückhalt erhält diese These durch zwei Entwicklungen. Erstens unterzeichnete US-Verteidigungsstaatssekretär Steve Feinberg am 9. März eine Direktive, die Palantirs Maven Smart System als offizielles DoD-Programm festschreibt — eine Klassifizierung, die langfristige, stabile Finanzierung sichert. Zweitens ist Palantir gemeinsam mit Anduril Industries an der Entwicklung der Software für das potenzielle „Golden Dome“-Raketenabwehrsystem beteiligt, einem Programm mit einem geschätzten Gesamtvolumen von 185 Milliarden Dollar. Rosenblatt Securities schätzt Palantirs Regierungserlöse für 2026 bis 2028 auf 18,2 Milliarden Dollar — deutlich über dem Konsens von 13,6 Milliarden.

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Starkes Wachstum, hohe Erwartungen

Die Fundamentaldaten stützen den Optimismus. Im vierten Quartal 2025 wuchs der Gesamtumsatz um 70 Prozent auf 1,407 Milliarden Dollar. Das US-Regierungsgeschäft legte um 66 Prozent auf 570 Millionen Dollar zu, das US-Handelsgeschäft sogar um 137 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management Erlöse zwischen 7,18 und 7,20 Milliarden Dollar.

Reicht das, um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen? Palantir handelt bei rund dem 80-Fachen des Jahresumsatzes und mehr als dem 215-Fachen des GAAP-Gewinns — die höchsten Multiples unter den großkapitalisierten Softwaretiteln. Selbst auf Basis der 2026er-Umsatzprognose bleibt das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei rund 49. Zum Vergleich: Der Branchenmedian liegt bei etwa 17x. UBS-Analyst Karl Keirstead sieht nach dem Kursrückgang vom Jahreshoch ein verbessertes Chance-Risiko-Profil und hält ebenfalls an einem Kursziel von 200 Dollar fest — doch die Bewertungsdiskussion bleibt das zentrale Streitthema unter Analysten.

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Nächster Prüfstein: Quartalsbericht im Mai

Die Aktie hat sich heute von ihrem Tagestief bei rund 144 Dollar deutlich erholt und notiert aktuell bei etwa 133 Euro — noch rund 26 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.

Der Quartalsbericht im Mai wird zeigen, ob das Wachstumstempo anhält und ob erste Erkenntnisse aus dem Golden-Dome-Softwaretest — geplant für diesen Sommer — die Erwartungen untermauern. Parallel läuft die Übertragung der Maven-Aufsicht auf das Chief Digital and Artificial Intelligence Office des Pentagon, die bis Ende September abgeschlossen sein soll.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.