Palantir Aktie: Gerichtssieg trifft Belastungsprobe

Palantir Technologies feiert einen Teilerfolg vor Gericht, steht aber vor einer technischen Herausforderung durch das Pentagon-Verbot von Anthropic. Das Unternehmen muss seine Militärsoftware Maven umbauen, während starke Quartalszahlen und Analysten-Upgrades die Aktie stützen.

Palantir Aktie
Kurz & knapp:
  • Teilsieg im Rechtsstreit gegen Ex-Mitarbeiter
  • Pentagon-Verbot zwingt zu KI-Software-Umbau
  • Starkes Umsatzwachstum durch AIP Bootcamps
  • Analysten bewerten Aktie nach Korrektur positiv

Palantir Technologies erlebte eine turbulente Woche: Ein Gerichtssieg ließ die Aktie am Freitag deutlich steigen, während gleichzeitig eine operationale Herausforderung durch das Pentagon-Verbot von Anthropic die Frage aufwirft, wie schnell der KI-Spezialist seine militärische Software-Plattform Maven umbauen kann.

Rechtsstreit endet mit Teilerfolg

Der Kursanstieg am Freitag von bis zu 5,8 Prozent ging auf eine gerichtliche Entscheidung zurück, die erst am späten Donnerstagabend öffentlich wurde. Richter J. Paul Oetken stellte fest, dass drei ehemalige Palantir-Mitarbeiter, die zum KI-Start-up Percepta gewechselt waren, „wahrscheinlich“ gegen Vertraulichkeitsvereinbarungen verstoßen und Mitarbeiter abgeworben haben. Das Gericht untersagte den Beklagten die Nutzung von Palantir-Daten und weitere Abwerbungsversuche.

Allerdings war der Sieg nur teilweise: Die Wettbewerbsverbotsklauseln wurden als zu weitreichend eingestuft, sodass einige Personen bei Percepta bleiben dürfen. Beide Seiten reklamierten den Ausgang für sich – Palantir sprach von einem Warnschuss gegen Mitarbeiterabwerbung, die Beklagten betonten, dass zentrale Vorwürfe zurückgewiesen wurden.

Das Anthropic-Problem: Operative Belastung mit Potenzial

Schwerer wiegt eine technische Herausforderung: Palantir muss Anthropics KI-Modell Claude aus seiner Maven Smart Systems-Plattform entfernen. Das Pentagon hat Anthropic als Lieferkettenrisiko eingestuft, nachdem das KI-Labor Zusicherungen verlangte, seine Technologie nicht für vollautonome Waffen oder Massenüberwachung einzusetzen. Das Verteidigungsministerium lehnte diese Einschränkungen ab.

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Maven liefert Geheimdiensten und Streitkräften Analysen und Zieldaten – mehrere Arbeitsabläufe basieren auf Claude-Code. Analysten von Piper Sandler warnen vor „kurzfristigen Störungen“, da Palantir Teile der Software neu aufbauen muss. Die betroffenen Verträge haben einen potenziellen Wert von über einer Milliarde Dollar.

Die Kehrseite: Geopolitische Spannungen im Nahen Osten treiben die Nachfrage nach KI-gestützten Verteidigungswerkzeugen. Das Anthropic-Verbot lenkt Aufträge zu zugelassenen Anbietern wie Palantir. Die Konsolidierung auf wenige vertrauenswürdige KI-Plattformen könnte Palantirs Position als zentraler Daten- und KI-Lieferant für Verteidigungskunden stärken.

Starke Fundamentaldaten trotz Bewertungsfragen

Im vierten Quartal kletterte der Umsatz um 70 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar, das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden legte sogar um 137 Prozent zu. Der Erfolg basiert auf den sogenannten „AIP Bootcamps“ – fünftägigen Workshops, in denen potenzielle Kunden KI-Anwendungsfälle mit ihren eigenen Daten entwickeln. Die Konversionsrate liegt bei 75 Prozent, Verkaufszyklen schrumpften von fast einem Jahr auf wenige Tage.

Für 2026 prognostiziert Palantir ein Umsatzwachstum von 61 Prozent auf rund 7,2 Milliarden Dollar. Die Aktie startete das Jahr bei 182 Dollar, fiel im Februar auf 126,45 Dollar und schloss am 5. März bei 152,21 Dollar – etwa 16 Prozent unter Jahresbeginn, aber 102 Prozent über Vorjahr.

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Analystenstimmen gespalten

Nach der Korrektur haben Daiwa Securities und UBS ihre Bewertung auf „Kaufen“ angehoben, jeweils mit einem Kursziel von 180 Dollar. Der Konsens von 28 Analysten liegt bei „Moderates Kaufen“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von rund 188 Dollar – die Spanne reicht allerdings von 45 bis 255 Dollar.

Kritikpunkte bleiben: Das KGV von über 100 und das Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 40 machen die Aktie anfällig für Rückschläge. Zudem verkauften Insider zwischen dem 20. Februar und 3. März Aktien im Wert von über 400 Millionen Dollar, darunter CEO Alex Karp und Direktor Peter Thiel.

Ausblick: Umbau unter Zeitdruck

Wie schnell Palantir den Wechsel von Anthropics Claude zu einem anderen KI-Modell – etwa OpenAI oder der eigenen Technologie – bewältigt, wird zum Lackmustest für die operative Stärke. Gleichzeitig schwächelt das internationale Geschäft: Im vierten Quartal wuchs der Umsatz außerhalb der USA nur um acht Prozent.

Die nächsten Wochen zeigen, ob Palantir die technische Umstellung meistert und das kommerzielle Momentum hält, während es gleichzeitig seine Rechte vor Gericht verteidigt.

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