Bis zu vier zusätzliche Vertragsjahre besitzt Bayern als Option für seine Palantir-Software. Das Innenministerium will davon zunächst ein Jahr nutzen. Damit könnte das Analyseprogramm VeRA auch nach April 2027 bei der bayerischen Polizei eingesetzt werden.
Palantir ist weit verbreitet – vor allem, aber nicht nur beim Staat
Für Palantir ist das ein interessantes Beispiel für die Bindungswirkung seiner Produkte. Wird die Software erst einmal in komplexe Arbeitsabläufe eingebaut, steigen die praktischen Hürden für einen kurzfristigen Anbieterwechsel. Gerade bei Behörden kann daraus ein langfristig wertvoller Kundenstamm entstehen.
Politisch ist das Geschäft trotzdem keineswegs bequem. Deutschland diskutiert verstärkt über digitale Souveränität und die Abhängigkeit von amerikanischen Technologiekonzernen. Palantir steht dabei besonders häufig in der Kritik. Dass Bayern dennoch verlängern möchte, zeigt den Konflikt zwischen politischen Zielsetzungen und operativer Nutzbarkeit.
An der Börse bewegte sich die Aktie am Donnerstag leicht nach unten. In Deutschland wurden rund 145,50 Euro bezahlt, etwa 0,4 % weniger als am Vortag. Auf Sicht von drei Monaten liegt das Papier allerdings weiterhin deutlich im Plus.
Damit bleibt die Bewertung ein zentraler Punkt. Palantir wird von Anlegern nicht wie ein gewöhnlicher Softwarekonzern behandelt, sondern als einer der großen Gewinner der Verbindung aus künstlicher Intelligenz, Datenanalyse und staatlichen Sicherheitsausgaben.
Die deutschen Verträge sind gemessen am Gesamtunternehmen nicht groß genug, um allein die Investmentgeschichte zu verändern. Sie zeigen jedoch, wie tief Palantirs Technologie in sensible Anwendungen eindringen kann. Bayern nutzt VeRA seit 2024 und hält sich nach der geplanten ersten Verlängerung weitere Verlängerungsoptionen offen. Die Kurse an den Börsen sind aktuell zwar schwächer. Dennoch: Die Schätzungen der Kursziele sind deutlich höher!
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