Palantir liefert Zahlen, wie sie selbst im KI-Boom selten sind. Der Umsatz springt, der Gewinn legt massiv zu, der Ausblick steigt. Trotzdem gerät die Aktie unter Druck. Der Grund liegt nicht in der Nachfrage, sondern im Preis, den der Markt schon eingerechnet hat.
Wachstum kommt aus den USA
Im ersten Quartal erzielte Palantir 1,63 Milliarden Dollar Umsatz. Das waren 85 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Der Nettogewinn stieg auf rund 871 Millionen Dollar. Die Marge lag bei gut 53 Prozent.
Den stärksten Schub brachte erneut der Heimatmarkt. In den USA kletterte der Umsatz auf 1,282 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 104 Prozent.
Für das Gesamtjahr peilt CEO Alex Karp nun rund 7,66 Milliarden Dollar Umsatz an. Damit hebt Palantir die Messlatte erneut an. Das neue Ziel impliziert 71 Prozent Wachstum, zuvor hatte der Konzern 61 Prozent angepeilt.
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Im zweiten Quartal rechnet das Unternehmen mit rund 1,80 Milliarden Dollar Umsatz. Das wäre ein Zuwachs von 80 Prozent. Karp signalisiert damit, dass der KI-Schub nicht nur ein Quartalseffekt ist.
Buchungen bremsen die Euphorie
Im kommerziellen US-Geschäft stieg der Umsatz auf 595 Millionen Dollar. Das Plus lag bei 133 Prozent. Die Zahl der Kunden nahm kräftig zu.
Ein Punkt bremst die Begeisterung. Die Buchungen in diesem Bereich wuchsen nur noch um 45 Prozent. Das liegt unter dem Tempo des vorangegangenen Quartals.
Im Staatsgeschäft legte Palantir ebenfalls stark zu. Der Umsatz stieg auf 687 Millionen Dollar, ein Plus von 84 Prozent. Rückenwind kommt unter anderem von einem großen DHS-Vertrag und dem Einsatz des Maven Smart System.
Auch die Profitabilität bleibt außergewöhnlich hoch. Das bereinigte operative Ergebnis erreichte 984 Millionen Dollar. Die operative Marge lag bei 60 Prozent, der bereinigte freie Cashflow bei 925 Millionen Dollar.
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Bewertung bleibt der wunde Punkt
Am Dienstag verlor die Aktie zeitweise rund 7 Prozent und notierte bei etwa 136,83 Dollar. Der Rücksetzer trifft damit einen Titel, der operativ stark liefert.
Am deutschen Markt hatte Palantir am Montag bei 116,12 Euro geschlossen. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 18,85 Prozent. Der Kurs liegt auch unter dem kurzfristigen Durchschnitt von 124,65 Euro.
Die Bewertung erklärt einen großen Teil der Nervosität. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt über 150, das Kurs-Umsatz-Verhältnis über 60. Viel Perfektion steckt damit bereits im Kurs.
Mehrere Häuser hoben dennoch ihre Kursziele an:
- Freedom Broker setzte das Ziel von 170 auf 230 Dollar und blieb bei „Buy“.
- Rosenblatt hob das Ziel von 200 auf 225 Dollar und verwies auf die AIP-Plattform.
- Argus stufte die Aktie auf „Buy“ hoch und nannte 190 Dollar als Ziel.
Wedbush sieht Palantir weiter als einen Hauptprofiteur des KI-Zyklus in Unternehmen. Die Nachfrage nach Integration und Steuerung von KI bleibe im Softwaresektor sehr stark. Genau hier liegt der Kern der Story: Palantir wächst schnell, aber die Aktie verzeiht kaum Schwächen.
Das zweite Quartal wird nun zum nächsten konkreten Test. Trifft Palantir die angepeilten 1,80 Milliarden Dollar, bleibt die Wachstumsstory intakt. Schwächeres Buchungstempo im US-Geschäft würde die Bewertungsdebatte sofort neu anfachen.
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