Die Palantir-Aktie hat sich am Dienstag bis dato kaum bewegt. Am Nachmittag verlor sie 0,27 % auf 148,74 Euro. Neue Aufträge aus Großbritannien unterstreichen die starke Kundenbindung des Softwarekonzerns, die im öffentlichen Sektor inzwischen jedoch politische Diskussionen auslöst.
Immer noch sehr klar im Aufwärtstrend
Der britische Stromnetzbetreiber NESO soll Palantir einen Auftrag über 21 Millionen Pfund erteilen. Gemessen an einem Börsenwert von mehr als 400 Milliarden Euro ist das Vertragsvolumen klein. Interessanter ist die Fortsetzung der Zusammenarbeit: NESO setzt Palantirs Foundry-Plattform bereits ein. Ist eine solche Software tief in Arbeitsabläufe und Datenbestände eingebunden, wird ein Anbieterwechsel aufwendig. Bestehende Systeme müssen angepasst, Daten migriert und Sicherheitsprüfungen erneut durchgeführt werden. Hinzu kommen Schulungen für Mitarbeiter. Diese Wechselkosten stärken die Bindung bestehender Kunden und erhöhen die Chancen auf Folgeaufträge.
In Großbritannien beschäftigt dieser Lock-in-Effekt inzwischen auch die Politik. Ein Parlamentsausschuss warnte vor einer zu starken Abhängigkeit staatlicher Stellen von einzelnen Technologieanbietern und kritisierte Palantirs wachsende Stellung im öffentlichen Sektor. Beim NHS-Vertrag brachte das Gremium sogar die Nutzung einer Ausstiegsklausel im Jahr 2027 ins Gespräch. Ein weiterer Konflikt betrifft die Metropolitan Police. Beim möglichen Softwarevertrag mit einem Volumen von bis zu 50 Millionen Pfund hat Palantir bereits den Rechtsweg eingeschlagen. Die Hauptverhandlung ist für Januar 2027 vorgesehen. Neben Foundry baut Palantir sein Angebot für Künstliche Intelligenz aus. Mit Nebius wurde eine Zusammenarbeit für souveräne KI-Infrastruktur vereinbart. Sie richtet sich vor allem an Organisationen, die KI-Modelle mit sensiblen Daten betreiben und dabei Vorgaben für Speicherort, Rechenkapazitäten und Datenkontrolle erfüllen müssen.
Das eröffnet Einsatzmöglichkeiten bei Behörden, Energieversorgern und Betreibern kritischer Infrastruktur. Dort kann Palantir seine Software mit speziell kontrollierten Rechenumgebungen verbinden. Mit NESO hat das Unternehmen bereits einen Kunden aus diesem Bereich, der die Foundry-Plattform weiter nutzen soll. Analysten erwarten aktuell allerdings extrem steigende Kurse!
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