Palantir hat einen turbulenten Montag hinter sich. Zwei bullishe Analystenurteile und eine erweiterte Partnerschaft mit Nvidia sorgten für Auftrieb — trotzdem bleibt die Aktie technisch angeschlagen.

Drastisches Kursziel-Upgrade

President Capital stufte Palantir von neutral auf Kaufen hoch und hob das Kursziel von 25,50 auf 133 Dollar. Das ist kein kleines Anpassen. Als Begründung nannten die Analysten Palantirs wachsende Stärke im Regierungsgeschäft. Hintergrund: Die Aktie hatte in den vergangenen 30 Tagen rund 27 Prozent verloren.

UBS-Analyst Karl Keirstead legte ebenfalls bullish nach. Er hält die Aktie auf Basis des geschätzten Free Cashflows für 2027 für unterbewertet — das Papier werde mit dem 46-Fachen des FCF gehandelt. Keirstead schätzt die jährliche Wachstumsrate für die nächsten drei Jahre auf rund 55 Prozent. Als strukturellen Vorteil nennt er Palantirs Ontologie-Schicht, die Wettbewerber nur schwer replizieren könnten.

Nvidia-Kooperation für Behörden

Parallel dazu weiteten Palantir und Nvidia ihre Zusammenarbeit aus. Nvidia-Sprachmodelle der Nemotron-Reihe sollen in Palantirs Sovereign AI Operating System integriert werden. Das System richtet sich an US-Behörden und Betreiber kritischer Infrastruktur — besonders solche, die in abgeschotteten Netzwerken ohne Cloud-Anbindung arbeiten.

Das Ziel: Behörden sollen KI-Modelle auf eigenen Daten trainieren und betreiben können, ohne Sicherheitsperimeter zu öffnen.

Hinzu kommen zwei neue Handelspartnerschaften. Mit Surf Air Mobility vertieft Palantir die Zusammenarbeit rund um das Betriebssystem SurfOS — Palantirs Foundry-Plattform soll Buchung, Vertrieb und Wartung optimieren. Mit Zeta Global plant Palantir den Aufbau von Zetas Data Cloud auf Foundry. Analysten schätzen, dass diese Kooperation mehr als 100 Millionen Dollar Jahresumsatz einbringen könnte.

Technisch weiter unter Druck

Die Nachrichten kamen nicht aus dem Nichts. Im ersten Quartal meldete Palantir einen Umsatz von 1,63 Milliarden Dollar — ein Plus von fast 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,33 Dollar und übertraf die Erwartungen von 0,28 Dollar.

Trotzdem bleibt die Aktie unter Druck. Sie schloss am Montag bei rund 101 Euro und liegt damit knapp 29 Prozent unter dem Jahresanfang. Der RSI notiert bei 37,9 — nahe am überkauften Bereich, was erfahrungsgemäß Schnäppchenjäger anzieht.

Das institutionelle Bild ist gespalten. Cathie Woods Fonds kaufte zuletzt aktiv zu. Citadel hingegen reduzierte seine Position um 40 Prozent. Und CEO Alex Karp verkaufte in den vergangenen 90 Tagen Aktien im Wert von rund 126 Millionen Dollar. Kein Signal, das Vertrauen stärkt.