Palantir steht vor der wohl entscheidendsten Woche des Jahres. Am 3. August, nach US-Börsenschluss, legt das Unternehmen seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor. Der Termin misst etwas Besonderes: Kann der Konzern die eigenen, extrem ambitionierten Vorgaben vom Frühjahr tatsächlich erreichen?
Die Aktie notiert aktuell bei 106,14 Euro, nur knapp über ihrem Jahrestief von 93,30 Euro aus dem Juni. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 32 Prozent verloren. Vom Rekordhoch bei 179,98 Euro im November trennen die Aktie mittlerweile mehr als 41 Prozent.
Die eigenen Ziele als Messlatte
Palantir hatte für das zweite Quartal einen Umsatz zwischen 1,797 und 1,801 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Beim bereinigten operativen Ergebnis peilt das Management 1,063 bis 1,067 Milliarden Dollar an. Diese Quartalsziele fügen sich in eine noch ehrgeizigere Jahresprognose ein.
Für das Gesamtjahr hat der Konzern die Umsatzguidance auf 7,650 bis 7,662 Milliarden Dollar angehoben. Das US-Commercial-Geschäft soll um mindestens 120 Prozent wachsen und die Marke von 3,224 Milliarden Dollar übertreffen. Beim bereinigten operativen Ergebnis nennt Palantir eine Spanne von 4,440 bis 4,452 Milliarden Dollar, dazu kommt eine Prognose für den freien Cashflow von 4,2 bis 4,4 Milliarden Dollar.
Wall Street rechnet unterdessen mit einem Gewinn je Aktie von 35 Cent. Das entspräche einem Plus von 118,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim Umsatz erwarten Analysten ein Wachstum von rund 80 Prozent.
Bisher hat Palantir immer geliefert
Ein Blick auf die Historie macht deutlich, warum viele Beobachter trotz der hohen Erwartungen gelassen bleiben. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz um 85 Prozent, weit über der damaligen eigenen Prognose. Das Muster wiederholt sich seit Jahren: Palantir gibt vorsichtige Ziele aus und übertrifft sie dann regelmäßig.
Auf Segmentebene zeigt sich ähnliche Stärke. Analysten erwarten im Regierungsgeschäft 916,2 Millionen Dollar Umsatz, ein Plus von 65,7 Prozent. Im Commercial-Segment rechnet der Konsens mit 892,1 Millionen Dollar – fast eine Verdopplung zum Vorjahr.
Die Bewertung bleibt der wunde Punkt
Trotz des Kursrückgangs der letzten Monate bleibt Palantir im Softwaresektor ein Ausreißer. Die Aktie wird derzeit mit dem 71-Fachen des Umsatzes und dem 113-Fachen des erwarteten Gewinns gehandelt. Bei solchen Multiples verzeiht der Markt kaum Enttäuschungen – jede Zahl unter Plan könnte den Kurs hart treffen.
Immerhin bietet die Bilanz einen gewissen Puffer. Palantir saß im März 2026 auf rund 2,2 Milliarden Dollar Cash, komplett ohne Schulden. Der Konzern schreibt seit drei Jahren in Folge GAAP-Gewinne, 2025 lag das Ergebnis mehr als dreimal so hoch wie im Jahr zuvor.
Die Risiken liegen laut Analysten weniger in der operativen Ausführung als im Wettbewerb. Große KI-Forschungslabore drängen zunehmend in dieselben Anwendungsfelder vor, teils sollen sie gezielt Palantir-Ingenieure abwerben. Hinzu kommt die Abhängigkeit von US-Bundeshaushalten: Verzögerungen bei Budgetfreigaben könnten Umsätze zeitlich verschieben.
Insider verkaufen weiter
Parallel zum Kursrückgang halten Führungskräfte an ihren Verkäufen fest. Nach einer über einmonatigen Pause registrierte die Aktie am 2. Juli 2026 wieder eine Insider-Transaktion im zweistelligen Millionenbereich. Über die vergangenen 90 Tage summieren sich die Netto-Verkäufe von Führungskräften auf mehr als 43,5 Millionen Dollar – ohne einen einzigen Insider-Kauf im selben Zeitraum.
Die Aktie notiert derzeit gut 6 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 113,51 Euro. Der Bericht am Montagabend dürfte zeigen, ob die Bewertung von Palantir weiterhin Jahre ununterbrochenen Hyperwachstums rechtfertigt – oder ob der Markt seine Annahmen korrigieren muss.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 31. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

