Rund 96 Prozent Umsatzplus, fast eine Verdoppelung im US-Regierungsgeschäft – und trotzdem drehen die Anleger ab. Palantir liefert starke Quartalszahlen, doch der Markt schaut auf das, was danach kommt.
Zahlen mit Rückenwind
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 96 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn wuchs um 49 Prozent auf 1,13 Milliarden Dollar. Für das laufende Vierteljahr stellt das Unternehmen rund 2,65 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, ein Plus von etwa 90 Prozent zum Vorjahresquartal.
Getragen wird das Wachstum vom Heimatmarkt. Die US-Erlöse lagen mit 1,94 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.
Das Regierungsgeschäft verdoppelte sich auf 953 Millionen Dollar. Palantir-Software nutzen unter anderem das Heimatschutzministerium und das Pentagon, Medienberichten zufolge auch im Iran-Krieg. Das US-Firmengeschäft legte sogar um 148 Prozent auf 984 Millionen Dollar zu.
Warum die Aktie trotzdem nachgibt
Im frühen US-Handel rutschte der Kurs um gut zwei Prozent auf etwa 174 Dollar. Das Rekordhoch von knapp 213 Dollar stammt aus der Mitte des vergangenen Monats. Am Mittwochmorgen hieß es, das September-Tief habe zunächst gehalten, der mittelfristige Trend gilt weiter als neutral.
Jefferies-Analyst Brent Thill sprach von starken Zahlen. Den einzigen Wermutstropfen sah er im US-Geschäftskundenbereich: Dessen Wachstum liege einen Prozentpunkt unter dem Vorquartal. Zudem deute die Prognose für das Schlussquartal eine weitere Verlangsamung an.
Hinzu kommt das Umfeld. Technologiewerte stehen seit vergangener Woche unter Druck, weil Sorgen vor einer KI-Blase wachsen. Hunderte Milliarden Dollar fließen in den Ausbau der Infrastruktur.
Bewertung als Dauerthema
Palantir zählt zu den größten Profiteuren des KI-Booms. Der Börsenwert stieg in fünf Jahren um fast 600 Prozent auf mehr als 400 Milliarden Dollar. Genau diese Bewertung lässt Investoren fragen, wie nachhaltig das Tempo ist.
Die technische Marke ist damit klar definiert: Solange das September-Tief hält, bleibt das Bild neutral. Fällt es, rückt eine tiefere Korrektur in den Blick, selbst bei so robusten Fundamentaldaten.
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