Der Kurssprung vom Montag kann die jüngste Entwicklung der Palantir-Aktie nur teilweise überdecken. Dabei gewann das Papier 3,89 % hinzu und kletterte auf 103,40 Euro. Im größeren Zusammenhang bleibt die Bilanz jedoch schwach. Vor dem heutigen Handelstag hatte die Aktie innerhalb von fünf Tagen rund 11 % verloren. Seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang sogar auf etwa 37 %. Damit wird deutlich, wie stark der Verkaufsdruck zuletzt gewesen ist.

Palantir: Die Bewertung ist immer noch fraglich

Neue Unternehmenszahlen standen am Montag zwar nicht auf der Agenda, dennoch sorgte Palantir mit einer erweiterten Zusammenarbeit mit Surf Air Mobility für positive Schlagzeilen. Die beiden Unternehmen wollen ihre Kooperation ausbauen und Lösungen für ein effizienteres Betriebsmanagement in der Luftfahrt schneller zur Verfügung stellen. Für das operative Geschäft ist das ein positives Signal, auch wenn der unmittelbare finanzielle Effekt zunächst begrenzt bleiben dürfte.

Bemerkenswert ist vor allem, dass die Einschätzungen der Analysten trotz der deutlichen Kursverluste kaum ins Wanken geraten sind. Im Durchschnitt liegen ihre Kursziele weiterhin rund 61,8 % über dem aktuellen Börsenkurs. Viele Experten verweisen dabei auf die außergewöhnlich hohe Ertragskraft des Unternehmens. Für das laufende Jahr werden Erlöse von rund 7,7 Milliarden Dollar und ein Nettogewinn von etwa 3,45 Milliarden Dollar erwartet.

Auf der anderen Seite bleibt die Bewertung anspruchsvoll. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 85 ist Palantir trotz der kräftigen Korrektur noch immer teuer. Genau dieser Gegensatz bestimmt derzeit die Diskussion: Die Börse hat die Aktie zuletzt deutlich nach unten geschickt, während die Analysten an ihren positiven Erwartungen weitgehend festhalten. Die Ziele sind allerdings seit einiger Zeit kaum noch korrigiert worden. Die Analysten scheinen sich vergleichsweise sicher zu sein. Oder?