Palantir steht vor richtungsweisenden Tagen. Der KI-Spezialist kämpft um eine Schlüsselrolle bei der Modernisierung des US-Luftraums. Zeitgleich rückt der Quartalsbericht am 4. Mai in den Fokus der Investoren. Bei einer Marktkapitalisierung von fast 350 Milliarden US-Dollar verzeiht der Markt keine Schwäche.

Prädiktive Flugkontrolle statt Radar

Die US-Luftfahrtbehörde FAA plant einen radikalen Systemwechsel. Das neue KI-Werkzeug SMART soll Engpässe und Konflikte im Luftraum vorhersagen, bevor Flugzeuge überhaupt abheben. Bisher planen Fluglotsen etwa 15 Minuten im Voraus. Künftig soll dieses Zeitfenster auf bis zu zwei Stunden anwachsen.

Palantir konkurriert bei diesem Projekt mit Thales und Air Space Intelligence. Einen kleinen Etappensieg verbuchte das Unternehmen bereits im April. Die FAA wählte Palantir als einzigen qualifizierten Anbieter für die Integration von KI-Daten aus. Dieser sechsmonatige Vorvertrag soll am 1. Mai starten.

Die Bewährungsprobe am 4. Mai

Abseits der Regierungsaufträge blicken Investoren auf das kommerzielle Geschäft. Am 4. Mai präsentiert das Management die Zahlen für das erste Quartal 2026. Die interne Prognose für den Gesamtumsatz liegt bei rund 1,53 Milliarden US-Dollar.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem US-Geschäft mit Unternehmenskunden. Fällt dieser Umsatz unter die Marke von 500 Millionen US-Dollar, wäre dies die erste Wachstumsverlangsamung seit über einem Jahr. Übertrifft der Wert hingegen 550 Millionen US-Dollar, würde das die Bedenken über zunehmenden Wettbewerbsdruck deutlich dämpfen.

Hohe Bewertung trifft auf Kursverluste

An der Börse spiegelt sich die Anspannung wider. Die Palantir-Aktie gab am Donnerstag um 4,58 Prozent auf 123,78 Euro nach. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf 13,5 Prozent. Die hohe Bewertung zwingt das Unternehmen, die ohnehin optimistischen Erwartungen regelmäßig zu übertreffen.

Morgan Stanley sieht durchaus Potenzial für eine Anhebung der Jahresprognose. Die Investmentbank bestätigte im April ihre neutrale Einstufung mit einem Kursziel von 205 US-Dollar. Flankenschutz erhält Palantir derweil vom US-Verteidigungsministerium. Das Pentagon hat das sogenannte Maven-System kürzlich als offizielles Standardprogramm eingestuft. Das sichert langfristige Budgets.

Die kommenden zwei Wochen definieren die kurzfristige Richtung der Aktie. Der Start des FAA-Vorvertrags am 1. Mai liefert einen ersten Indikator für die zivile Behörden-Expansion. Drei Tage später muss der Quartalsbericht beweisen, dass das kommerzielle Wachstum die Milliardenbewertung rechtfertigt.