Palantir: Q1-Bericht am 4. Mai erwartet

Palantir veröffentlicht Quartalsbericht unter Druck durch Aktivisten und hoher Aktienbewertung. Analysten sehen Chancen im Pentagon-Geschäft.

Palantir Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktivisten fordern SNB zum Aktienverkauf auf
  • Erwarteter Umsatzsprung um 74 Prozent
  • Pentagon-Mittel für Maven Smart System
  • Aktie notiert unter 200-Tage-Linie

Palantir startet in eine entscheidende Woche. Am Montag, dem 4. Mai, legt das Unternehmen seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor — und das unter doppeltem Druck: politisch und bewertungsseitig.

Schweizer Nationalbank soll Aktien verkaufen

Aktivisten aus Minneapolis haben die Schweizerische Nationalbank (SNB) aufgefordert, ihre Palantir-Beteiligung abzustoßen. Auf der SNB-Aktionärsversammlung in Bern verlangte eine Delegation des Stadtrats, die Investition an ethischen und menschenrechtlichen Maßstäben zu messen. Konkret stören sich die Aktivisten an Palantirs Arbeit für die US-Einwanderungsbehörde ICE — insbesondere an Überwachungssystemen, die Bürgerrechte gefährden könnten.

Die SNB hält rund 6,24 Millionen Palantir-Aktien im Wert von etwa 1,1 Milliarden Dollar. SNB-Präsident Martin Schlegel verteidigte den Ansatz: Die Bank gewichte Unternehmen nach Marktkapitalisierung, um das Portfolio breit zu diversifizieren. Einzelne Titel kommentiere er nicht. Einige Investoren haben bereits reagiert — der nordische Finanzdienstleister Storebrand hat seinen Palantir-Anteil wegen ethischer Bedenken verkauft.

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Quartalszahlen als eigentlicher Kurstreiber

Der politische Druck ist laut. Das eigentliche Ereignis der Woche ist trotzdem der Quartalsbericht.

Wall Street erwartet einen Gewinn von 0,28 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 1,54 Milliarden Dollar — ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das wäre der fünfte Anstieg in Folge: In den vier Vorquartalen legte der Umsatz um 70, 63, 48 und 39 Prozent zu.

Analyst Louie DiPalma von William Blair sieht Palantir gut positioniert. Das Pentagon hat im aktuellen Budgetentwurf 2,3 Milliarden Dollar für Palantirs Maven Smart System beantragt — das verschafft dem Unternehmen mehrjährige Planungssicherheit. John McPeake von Rosenblatt hält an seinem Kursziel von 200 Dollar und einem Kaufvotum fest. Er prognostiziert für das Regierungsgeschäft ein Wachstum von 58 Prozent in diesem Jahr. Gil Luria von D.A. Davidson bleibt bei „Hold“ — nicht wegen Fundamentalbedenken, sondern wegen der Bewertung.

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Aktie unter dem 200-Tage-Schnitt

Die Aktie notiert aktuell bei 121,86 Euro und damit rund 14 Prozent unter dem Stand zu Jahresbeginn. Vom 52-Wochen-Hoch bei 179,86 Euro trennt sie noch ein Abstand von gut 32 Prozent. Der RSI liegt bei knapp 48 — neutral, ohne klares Momentum in eine Richtung.

Der Rückgang hat strukturelle Gründe. Zu Jahresbeginn rotierte Kapital aus Software in Halbleiter. Im April verstärkte überraschend starke Inflationsdaten den Druck — höhere Zinsen belasten Wachstumsaktien mit hohen Bewertungen besonders hart. Palantir kommt auf ein Forward-KGV von rund 108.

Entscheidend wird, ob das Management die Jahresprognose anhebt. Palantir hat für 2026 bereits einen Umsatz zwischen 7,18 und 7,20 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt — mehr als eine Milliarde über dem bisherigen Konsens. Eine weitere Erhöhung, kombiniert mit Belegen für beschleunigtes Wachstum im KI-Geschäft, könnte die Stimmung schnell drehen.

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Über Dieter Jaworski 3478 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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