Palantir: SNB verteidigt $1,1-Mrd-Investment

Palantir steht vor Quartalszahlen zwischen politischem Druck und neuer Kaufempfehlung der DZ Bank. Die Schweizer Nationalbank hält an ihrer Milliarden-Beteiligung fest.

Palantir Aktie
Kurz & knapp:
  • SNB behält Palantir-Beteiligung bei
  • DZ Bank startet mit Kaufvotum
  • Umsatzwachstum von 74 Prozent erwartet
  • Aktie notiert unter 52-Wochen-Hoch

Rund eine Woche vor den Quartalszahlen steht Palantir zwischen politischem Druck und frischer institutioneller Rückendeckung. Die Aktie notiert rund 32 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch — obwohl das Unternehmen zuletzt eine Reihe bedeutender Regierungsaufträge an Land gezogen hat.

Schweizer Nationalbank hält an Milliarden-Beteiligung fest

Der lautstärkste Governance-Streit der Woche spielte sich in Bern ab. Aktivisten aus Minneapolis forderten die Schweizerische Nationalbank auf ihrer Aktionärsversammlung auf, ihre Palantir-Beteiligung zu verkaufen — mit dem Argument, die Software des Unternehmens werde für US-Einwanderungsbehörden und Überwachungsaktivitäten eingesetzt.

SNB-Präsident Martin Schlegel wehrte den Vorstoß ab. Er könne sich nicht zu einzelnen Titeln äußern, erklärte er, betonte aber, das Devisenportfolio der Notenbank diene der Geldpolitik und müsse jederzeit verfügbar sowie langfristig werterhaltend angelegt sein — nach einem marktneutralen Ansatz. Ende 2025 hielt die SNB gut 6,2 Millionen Palantir-Aktien, ein Anteil im Wert von rund 1,1 Milliarden Dollar.

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Nicht alle Großinvestoren zeigen sich so standhaft. Der nordische Finanzdienstleister Storebrand Asset Management hat seine Palantir-Position bereits veräußert.

Politisches Umfeld bleibt belastet

Der SNB-Streit ist Teil eines breiteren Debattenmusters. CEO Alex Karp propagiert öffentlich US-amerikanische KI-Überlegenheit, Mitgründer Peter Thiel finanziert politische Projekte, die in Teilen der Bevölkerung auf scharfen Widerstand stoßen. Karp, Thiel und der dritte Gründer Stephen Cohen kontrollieren das Unternehmen über Aktien mit erhöhtem Stimmrecht — die strategische Ausrichtung liegt damit dauerhaft in ihren Händen.

Kurzfristig dürfte politischer Gegenwind kaum Auswirkungen auf bestehende Verträge haben. Palantirs Software ist in langfristige Verträge mit Bundesbehörden und dem Militär eingebettet; ein einfacher Kongressbeschluss kann diese nicht kündigen. Mittelfristig könnte ein Stimmungswandel nach den Midterms allerdings neue Aufträge erschweren.

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DZ Bank startet mit Kaufempfehlung

Inmitten des politischen Lärms erweitert sich die Analystenabdeckung. Die DZ Bank initiierte die Coverage mit einem Kursziel von 175 Dollar und einem Kaufvotum. Unter den 29 Analysten, die den Titel beobachten, überwiegen mit 17 Kaufempfehlungen die Optimisten; das durchschnittliche Zwölfmonatsziel liegt bei rund 195 Dollar.

Bewertung bleibt anspruchsvoll, Zahlen stehen an

Fundamental läuft das Geschäft. Für das erste Quartal 2026 erwartet die Wall Street einen Umsatz von 1,54 Milliarden Dollar — ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr — sowie einen Gewinn von 0,28 Dollar je Aktie. Palantirs eigene Guidance aus dem Vorquartal deckt sich damit nahezu exakt.

Die Aktie handelt aktuell bei rund 123 Euro und damit knapp unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der 2026er-Schätzungen liegt bei 110 — eine Bewertung, die wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt. Am 4. Mai, nach US-Börsenschluss, legt Palantir die Q1-Zahlen vor. Bestätigen sie das Wachstumstempo beim US-Kommerzgeschäft, das im Vorquartal um 137 Prozent zulegte, dürfte das die Diskussion über Bewertung und politisches Risiko zumindest vorübergehend in den Hintergrund drängen.

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