Während Pan American Silver operativ mit schwächerer Goldproduktion kämpft, greifen institutionelle Anleger kräftig zu. Assenagon Asset Management meldete in einer Pflichtmitteilung, die Beteiligung am Silberproduzenten im zweiten Quartal um 2.085,8 Prozent auf 256.742 Aktien im Wert von rund 11,5 Millionen US-Dollar ausgebaut zu haben.
Auch Wealth High Governance Capital Ltda erhöhte seine Position bereits im ersten Quartal um 102,7 Prozent auf 316.199 Aktien im Wert von etwa 17,27 Millionen US-Dollar. Gegenläufig bewegte sich Bank of America Corp DE, die ihren Bestand im ersten Quartal um 28,3 Prozent reduzierte und 731.134 Aktien verkaufte, während sie 1,86 Millionen Aktien im Wert von rund 101,4 Millionen US-Dollar hielt.
Baustelle im Gold-Segment
Der Zukauf-Trend einzelner Fonds trifft auf ein Unternehmen, das operativ zweigeteilt dasteht. Pan American Silver engte die Jahresproduktionsprognose für Gold auf das untere Ende der Spanne von 700.000 bis 750.000 Unzen ein und rechnet nun mit Vollkosten (AISC) am oberen Rand der Spanne von 1.700 bis 1.850 US-Dollar je Unze.
Ursache sind Anpassungen an den Standorten Jacobina in Brasilien und El Peñon in Chile. Die Silberproduktion lief hingegen rund: Mit 6,5 Millionen Unzen im zweiten Quartal erreichte das Unternehmen das obere Ende der eigenen Zielspanne.
Der Kontrast zeigt sich auch in den erzielten Metallpreisen: Silber brachte im zweiten Quartal 70,97 US-Dollar je Unze ein, gegenüber 23,45 US-Dollar im Vorjahresquartal. Gold stieg auf 4.402 US-Dollar je Unze von zuvor 1.987 US-Dollar. Trotz dieser deutlich höheren Preise reichte es wegen der Produktionsschwäche im Goldsegment und höherer Barsteuern nicht, die Konsensschätzungen beim bereinigten Gewinn zu erreichen.
Fortschritt in Mexiko als Silberlinie
Abseits der kurzfristigen Produktionsprobleme meldete Pan American Silver Anfang August einen Fortschritt bei einem langfristigen Wachstumsprojekt: Am Standort La Colorada Skarn in Mexiko wurde der erste Abschnitt der 588-Rampe fertiggestellt, die den Zugang zur Lagerstätte ermöglicht.
Solche Meilensteine sind für Anleger relevant, weil sie zeigen, dass das Unternehmen neben der laufenden Produktion auch an künftigen Silberquellen arbeitet – ein Aspekt, der angesichts der starken Silberpreise an Bedeutung gewinnt.
Kapitalrückgabe läuft unvermindert weiter
Parallel zu den operativen Herausforderungen hält Pan American Silver an seiner Kapitalrückgabepolitik fest. Der Vorstand beschloss eine Quartalsdividende von 0,184 US-Dollar je Aktie, zahlbar am 4. September 2026 an Aktionäre, die am 24. August 2026 im Register eingetragen sind.
Zusätzlich hatte das Unternehmen bis zum 11. August im Rahmen seines laufenden Aktienrückkaufprogramms rund 7,3 Millionen Aktien für insgesamt 358 Millionen US-Dollar zu einem Durchschnittspreis von 49,22 US-Dollar erworben.
Kursbild bleibt volatil
Am Markt hat sich die Skepsis nach dem Gewinnverfehl in den vergangenen Tagen nur teilweise gelegt: Auf Wochensicht steht die Aktie mit 7,5 Prozent im Minus, während sie über 30 Tage noch ein Plus von 8,1 Prozent aufweist. Zum Freitagsschluss notierte das Papier bei 41,00 Euro und damit rund 33 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 61,48 Euro, das Anfang März markiert wurde.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 53 Prozent unterstreicht, wie stark der Titel derzeit schwankt – ein Umfeld, in dem sowohl die aufstockenden Fonds als auch die verkaufende Bank of America ihre jeweilige Position beziehen.
Die nächsten Quartalszahlen werden für den 11. November erwartet und dürften zeigen, ob die angekündigten Maßnahmen bei Jacobina die Goldproduktion im zweiten Halbjahr stabilisieren können.
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