Die PANDION AG steckt mitten im Insolvenzverfahren, doch nicht alle Bereiche des Kölner Projektentwicklers stehen still. Während die Holding und fünf Tochtergesellschaften Anträge auf Eigenverwaltung gestellt haben, läuft der Bau am Berliner Wohnprojekt „LVL UP“ am Halleschen Ufer vorerst weiter. Nach Unternehmensangaben sind die Projektgesellschaften selbst von der Insolvenz nicht unmittelbar betroffen.
Der Kurs der Anleihe 2021/2028 spiegelt die Nervosität am Markt wider: Zuletzt notierte das Papier bei 5,16 Euro, nach einem Tagesverlust von 10 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch bei 5,75 Euro.
Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Einbruch von 77 Prozent, über 30 Tage sind es 88 Prozent. Der RSI von 15,1 signalisiert eine deutlich überverkaufte Lage, während die annualisierte Volatilität von 262 Prozent das Ausmaß der Kursschwankungen der vergangenen Wochen unterstreicht.
Liquiditätslücke als Auslöser
Ausgangspunkt der Krise war eine Ad-hoc-Mitteilung vom 3. August: PANDION teilte mit, die am 5. August fällige Zinszahlung für die Anleihe nicht leisten zu können. Als Grund nannte das Unternehmen den kurzfristigen Rückzug eines Finanzierungsbausteins durch einen nicht näher benannten Finanzierungspartner. Diese unerwartete Liquiditätslücke zog wenige Tage später den Insolvenzantrag beim Amtsgericht Köln nach sich.
Neben der Holding meldeten auch die PANDION Real Estate GmbH, die PANDION Vertriebsgesellschaft mbH, die PANDION Design GmbH, die PANDION Projektmanagement GmbH und die PANDION Engineering GmbH Anträge auf Eigenverwaltung an. Für die rund 160 Mitarbeiter der betroffenen Gesellschaften sind die Löhne und Gehälter für die Monate August bis Oktober über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung der Bundesagentur für Arbeit gesichert.
Gläubiger sollen sich bündeln
Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) ruft Inhaber der Anleihe 2021/2028 nun dazu auf, ihre Interessen gemeinschaftlich zu vertreten. Ziel ist es, im laufenden Verfahren mit gebündelter Stimme aufzutreten, statt einzeln gegen die Insolvenzmasse zu verhandeln.
Für Anleger, die bereits einmal Zugeständnisse gemacht haben, ist das ein bekanntes Muster: Schon im Oktober 2025 hatten die Anleihegläubiger einer Laufzeitverlängerung bis 2028 sowie einer Zinsanpassung zugestimmt, um die Kapitalstruktur des Entwicklers zu stabilisieren. Diese Stabilisierung hat nun offenkundig nicht ausgereicht.
Für Inhaber der Anleihe bleibt die Lage unübersichtlich. Der fortgesetzte Baubetrieb am Berliner Projekt zeigt zwar, dass operative Werte im Unternehmen erhalten bleiben könnten.
Ob und in welchem Umfang diese Werte am Ende auch den Anleihegläubigern zugutekommen, entscheidet sich jedoch erst im weiteren Verlauf des Eigenverwaltungsverfahrens. Der Kollaps der Anleihe binnen weniger Wochen zeigt, wie stark der Markt die Rückflusschancen inzwischen einpreist.
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