Die Sanierungsbemühungen der Pandion-Gruppe werden durch weitere gerichtliche Schritte bei den Tochtergesellschaften konkretisiert. Am vergangenen Dienstag hat das Amtsgericht Köln die vorläufige Insolvenzverwaltung für die Pandion Prinzessinnenstraße GmbH & Co.

KG angeordnet. Damit setzt sich die Serie von Insolvenzanträgen innerhalb des Immobilienkonzerns fort, während die Holding selbst versucht, sich im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens finanziell neu zu ordnen.

Umfassende Schieflage bei Projektgesellschaften

Die gerichtliche Anordnung für das Berliner Projekt ist Teil einer größeren Abwicklungswelle innerhalb der Unternehmensgruppe. Bereits vor rund zwei Wochen stellten die Geschäftsführungen von elf weiteren Projektgesellschaften Insolvenzanträge bei den zuständigen Gerichten.

Betroffen sind unter anderem prominente Standorte in Stuttgart, wie die Projekte Wolframstraße, Flint Areal und die Silberburg Höfe, sowie Vorhaben wie PANDION Gallwitz und PANDION Ehrenveedel. Medienberichten zufolge ist der Grund für diesen Schritt eine eingetretene Zahlungsunfähigkeit, die durch die Liquiditätsbelastungen aus den laufenden Eigenverwaltungsverfahren der Gruppe verschärft wurde.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter für das Projekt in der Prinzessinnenstraße wurde Prof. Dr. Torsten Martini bestellt. Martini ist bereits seit August als vorläufiger Sachwalter für die PANDION AG sowie für mehrere zentrale Servicegesellschaften wie die PANDION Real Estate GmbH und die PANDION Projektmanagement GmbH tätig.

Die Struktur des Verfahrens zielt darauf ab, die wesentlichen operativen Einheiten trotz der massiven finanziellen Engpässe fortzuführen und eine Zerschlagung zu verhindern.

Finanzielle Belastungen und operatives Geschäft

Die wirtschaftliche Basis des Unternehmens ist seit Längerem erschüttert. Anfang Juli veröffentlichte vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 verdeutlichten das Ausmaß der Krise: Bei einem Umsatz von 846,1 Millionen Euro verbuchte der Konzern ein Ergebnis vor Steuern von minus 69,0 Millionen Euro.

Der enorme Verlustdruck mündete schließlich Anfang August in einer Liquiditätslücke, nachdem ein Finanzierungspartner einen fest eingeplanten Baustein zurückgezogen hatte. In der Folge konnte das Unternehmen die am 5. August fällige Zinszahlung für die Unternehmensanleihe 2021/2028 nicht fristgerecht leisten.

Der Kurs des Wertpapiers spiegelt die Unsicherheit der Anleger wider und notiert heute bei 4,80 €. Mit einem Rückgang von 1,0 % am heutigen Montag und einem RSI-Wert von 23,3 bewegt sich der Titel weiterhin in einer technisch tief überverkauften Zone.

Für die rund 160 Beschäftigten der Gruppe gibt es derweil eine kurzfristige Absicherung: Ihre Gehälter für die Monate August, September und Oktober sind durch eine Insolvenzgeldvorfinanzierung der Bundesagentur für Arbeit gesichert.

M&A-Prozess zur Investorensuche

Um eine langfristige Perspektive zu schaffen, wurde in der vergangenen Woche ein strukturierter M&A-Prozess zur Prüfung strategischer Optionen eingeleitet. Ein vorläufiger Gläubigerausschuss hat der Beauftragung eines entsprechenden Beraters bereits zugestimmt.

Dieses Gremium, das die Interessen der Gläubiger vertritt, unterstützt die Fortführung der Sanierung in Eigenverwaltung. Ziel des Prozesses ist es, durch den Einstieg neuer Kapitalgeber oder den Verkauf von Projektanteilen die notwendige Liquidität zu generieren, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.