Die Krise bei der PANDION AG hat sich in den vergangenen Wochen zu einem der größten Sanierungsfälle im deutschen Immobilienanleihemarkt entwickelt. Vor rund einem Monat hatte das Unternehmen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Seither hat sich die Lage kontinuierlich verschärft.

Elf Projektgesellschaften betroffen

Zuletzt weitete die PANDION AG ihre Insolvenzanträge auf elf weitere Projektgesellschaften aus. Betroffen sind unter anderem die PANDION Wolframstraße Stuttgart GmbH & Co. KG, die Objekt Fischerhüttenstraße GmbH & Co. KG, die PANDION Stuttgart Flint Areal GmbH & Co.

KG sowie die PANDION Prinzessinnenstraße GmbH & Co. KG. Die Ausweitung auf so viele Einzelgesellschaften zeigt, dass sich die Probleme nicht auf ein einzelnes Bauprojekt beschränken, sondern die Struktur der gesamten Unternehmensgruppe erfassen.

Medienberichten zufolge blieb die Berichterstattung in den vergangenen Tagen konsequent im Themenfeld Insolvenz und Sanierung. Auch in Wochenübersichten zum Anleihemarkt wurde die angespannte Situation bei PANDION wiederholt hervorgehoben, ohne dass neue Details zum Fortgang des Verfahrens hinzukamen. Das deutet darauf hin, dass der Sanierungsprozess derzeit in einer Phase der Bestandsaufnahme verharrt, während Gläubiger und Marktbeobachter auf konkretere Schritte der Eigenverwaltung warten.

Anleihegläubiger tragen das Risiko

Für Inhaber der Unternehmensanleihe mit der ISIN DE000A289YC5, die an den Börsenplätzen Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München sowie über Tradegate gehandelt wird, hat sich die Risikolage durch die Ausweitung der Insolvenzanträge weiter verschlechtert.

Je mehr Projektgesellschaften in die Verfahren einbezogen werden, desto komplexer wird die Frage, welche Vermögenswerte am Ende für eine Bedienung der Anleiheforderungen zur Verfügung stehen.

Die Eigenverwaltung soll grundsätzlich ermöglichen, dass das Unternehmen den Sanierungsprozess selbst steuert, doch die schrittweise Ausdehnung auf immer neue Tochtergesellschaften signalisiert, dass die ursprüngliche Sanierungsstrategie offenbar nicht ausgereicht hat, um die Gruppe zu stabilisieren.

Der Kursverlauf spiegelt diese Entwicklung deutlich wider. Am Freitag schloss das Papier bei 4,70 Euro, ein Rückgang von 4,8 Prozent an einem einzigen Handelstag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 9,4 Prozent zu Buche, über 30 Tage hat sich der Kurs um 79 Prozent reduziert. Diese Größenordnung zeigt, wie stark der Markt die Aussichten auf eine vollständige Bedienung der Anleihe inzwischen einpreist.

Ausblick bleibt unklar

Ein Restrukturierungsplan für die Anleihegläubiger wurde bereits vorgestellt, konkrete Details zum weiteren Fortgang des Insolvenzverfahrens für die elf Projektgesellschaften liegen bislang jedoch nicht vor.

Solange unklar bleibt, welche Vermögenswerte innerhalb der Gruppe tatsächlich werthaltig sind und welche Gesellschaften saniert werden können, dürfte die Unsicherheit für Anleihegläubiger anhalten.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Eigenverwaltung eine tragfähige Lösung für die verbliebenen Projekte präsentieren kann oder ob weitere Gesellschaften der Gruppe denselben Weg in die Insolvenz gehen müssen.