Die Pandion AG hat vergangene Woche einen detaillierten Fortführungs- und Restrukturierungsplan angekündigt. Am Dienstag folgte dazu ein Investoren-Call für die Gläubiger der Unternehmensanleihe 2021/2028 (ISIN DE000A289YC5). Für Anleihegläubiger, die seit Wochen auf Konkretisierungen zur Zukunft des Kölner Projektentwicklers warten, war dies die erste greifbare Information seit dem Insolvenzantrag in Eigenverwaltung vor rund einem Monat.
Ausgangslage bleibt angespannt
Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung war beim Amtsgericht Köln gestellt worden, entsprechende Anträge folgten für mehrere Tochtergesellschaften. Auslöser war eine Finanzierungslücke: Ein finanzierender Partner hatte einen zugesagten Baustein entgegen der Erwartungen zurückgezogen, weshalb die fällige Zinszahlung auf die Anleihe 2021/2028 am 5. August nicht fristgerecht erbracht werden konnte.
Seither hat sich die Lage weiter verschärft. Am 27. August stellten elf weitere Projektgesellschaften Insolvenzanträge bei den zuständigen Gerichten. Betroffen sind unter anderem die Projekte Wolframstraße Stuttgart, Flint Areal, Silberburg Höfe Stuttgart, Prinzessinnenstraße Berlin, Klostergärten, Gallwitz, Franziskanerkloster und Ehrenveedel.
Als Grund nannte das Unternehmen die angespannte Liquiditätssituation, die aus den bereits laufenden Insolvenzverfahren resultiert. Für die ursprünglich sechs betroffenen Gesellschaften hatte das zuständige Insolvenzgericht bereits zuvor eine vorläufige Eigenverwaltung angeordnet und einen vorläufigen Gläubigerausschuss eingesetzt, der seither tagt.
Restrukturierungsplan soll Klarheit schaffen
Vor diesem Hintergrund ist die Ankündigung eines detaillierten Fortführungs- und Restrukturierungsplans für die Anleihegläubiger von zentraler Bedeutung. Er soll aufzeigen, wie das Unternehmen mit der wachsenden Zahl insolventer Projektgesellschaften umgehen will und welche Perspektive den verbleibenden Geschäftsbereichen bleibt. Der Investoren-Call am Dienstag diente dazu, die Gläubiger der 2021/2028er-Anleihe über den aktuellen Stand zu informieren.
Die wirtschaftliche Ausgangslage bleibt schwierig. Für das Geschäftsjahr 2025 hatte Pandion ein vorläufiges Ergebnis vor Steuern von minus 69,0 Millionen Euro ausgewiesen, bei Umsatzerlösen von 846,1 Millionen Euro und einem vorläufigen Betriebsergebnis von 17,3 Millionen Euro.
Als Hauptursache für den Verlust nannte das Unternehmen Wertberichtigungen auf ausgewählte Gewerbeprojekte, verursacht durch das schwierige Marktumfeld, veränderte Bewertungsparameter, gestiegene Finanzierungskosten und einen schwachen Transaktionsmarkt.
Vorgeschichte zeigt frühere Zugeständnisse der Gläubiger
Die Anleihegläubiger hatten dem Unternehmen bereits im November vergangenen Jahres weitreichend entgegenkommen: Mit annähernd 100 Prozent Zustimmung wurde die Laufzeit der Anleihe bis zum 5. August 2028 verlängert und der Zinssatz auf 8 Prozent angehoben. Im Dezember folgte die Ankündigung einer neuen Finanzierung über 100 Millionen Euro, deren aufschiebende Bedingungen für den Abruf Anfang Dezember erfüllt waren.
Dass es trotz dieser Maßnahmen zum Zahlungsausfall und zur Insolvenzwelle unter den Projektgesellschaften kam, unterstreicht, wie tief die Schieflage inzwischen reicht. Ob der nun vorgelegte Restrukturierungsplan ausreicht, um die verbliebene Substanz des Unternehmens zu sichern, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn weitere Details aus dem Gläubigerausschuss und den Insolvenzverfahren der Projektgesellschaften bekannt werden.
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