Partners Group soll Hedgefonds und auf notleidende Schulden spezialisierten Investoren den Zugang zu Krediten dreier Portfoliounternehmen erschweren. Im Mittelpunkt stehen Refinanzierungen von rund 6 Milliarden €. Für Anleger rückt damit der Umgang mit bestehenden Beteiligungen in den Vordergrund – neben der Einwerbung neuen Kapitals.

Die Meldung betrifft Emeria SASU, Ammega Group BV und Breitling AG. Entscheidend ist dabei die Trennung zwischen den Schulden dieser Portfoliounternehmen und der Kapitalbeschaffung für Anlagestrategien von Partners Group. Beide Themen betreffen Finanzierungen, beschreiben aber unterschiedliche Vorgänge.

Gläubigerkreis im Fokus

Bei den betroffenen Unternehmen stehen Bloomberg zufolge 2028 erhebliche Fälligkeiten an. Partners Group soll den Erwerb ihrer Kredite durch bestimmte Investorengruppen erschweren. Bereits am 16. Oktober hatte Bloomberg über entsprechende Bemühungen berichtet.

Dem Bericht zufolge sollen die Beschränkungen die Refinanzierung der Beteiligungen unterstützen. Die Nachricht handelt damit nicht von einer bereits abgeschlossenen Anschlussfinanzierung. Sie beschreibt vielmehr den Versuch, Einfluss darauf zu nehmen, welche Investoren die betreffenden Kredite erwerben.

Für die Einordnung ist diese Unterscheidung wesentlich: Maßnahmen beim Zugang zum Kreditbestand sind noch kein Refinanzierungsergebnis. Der berichtete Eingriff in den möglichen Gläubigerkreis ist deshalb vor allem als Teil der Vorbereitung zu verstehen.

Verschiebungen im Beteiligungsgeschäft

Parallel berichtete Bloomberg am 16. Oktober über personelle Veränderungen. Partners Group soll weltweit Dutzende Stellen in der Private-Equity-Sparte gestrichen oder in andere Bereiche verlagert haben.

Einige Beschäftigte hätten das Unternehmen verlassen. Andere seien unter anderem in die Bereiche Infrastruktur und Royalties gewechselt. Die berichteten Veränderungen umfassen somit sowohl Abgänge als auch interne Wechsel und lassen sich nicht allein als Stellenabbau beschreiben.

Kapitalzufluss mit anderer Funktion

Einen Gegenpol bildet der bereits abgeschlossene zweite Rated-Feeder des Jahres für die Private-Credit-Evergreen-Strategie. Nach Unternehmensangaben kamen dabei USD 510 Millionen von US-Versicherungsgesellschaften zusammen. Das über Rated Feeder eingeworbene Kapital erreichte damit 2026 insgesamt USD 875 Millionen.

Dieser Mittelzufluss betrifft die Anlagestrategie und ist nicht mit einer Refinanzierung der genannten Portfoliounternehmen gleichzusetzen. Für Aktionäre ergibt sich deshalb ein differenziertes Bild: Partners Group gewinnt Kapital für Private Credit, während bei einzelnen Beteiligungen die Vorbereitung auf anstehende Schuldenfälligkeiten Aufmerksamkeit verlangt. Der erfolgreiche Vertrieb beantwortet die Refinanzierungsfrage dieser Unternehmen nicht.