Partners Group gerät zunehmend unter Druck durch Rücknahmeforderungen bei mehreren hauseigenen Fonds. Die Aktie fällt am heutigen Dienstag um 2,9 Prozent auf 662,20 Euro und nähert sich damit ihrem 52-Wochen-Tief, von dem sie nur noch 1,2 Prozent entfernt notiert. Ein neuer, konkreter Auslöser für den heutigen Kursrutsch ist nicht ersichtlich – vielmehr setzt sich ein Abwärtstrend fort, der die Investmentgesellschaft schon seit Wochen begleitet.

Als Belastungsfaktoren nennt der Bericht sowohl die Rücknahmeforderungen für mehrere Evergreen-Fonds als auch die Aktivitäten des Shortsellers Grizzly, der im Mai einen kritischen Bericht veröffentlicht hatte. Darin wurde behauptet, bis zu 40 Prozent der Investitionen in den Evergreen-Fonds seien deutlich überbewertet.

Rücknahmen zwingen zu Gating-Maßnahmen

Bereits im Juni hatte Partners Group reagiert und bei ihrem Global Value SICAV, einem Evergreen-Fonds mit einem Volumen von 8,6 Milliarden Dollar, die Rücknahmen auf maximal 5 Prozent pro Quartal begrenzt.

Grund waren laut Unternehmensangaben erhöhte Rücknahmeforderungen von Kunden. Solche Gating-Klauseln sind bei offenen Fondsstrukturen ein Sicherheitsmechanismus, signalisieren Anlegern aber zugleich, dass die Nachfrage nach Ausstiegen die verfügbare Liquidität übersteigt.

Diese strukturelle Problematik trifft die Halbjahresbilanz, die Partners Group Anfang September vorgelegt hatte und die den Kurs damals um rund 7,3 Prozent nach unten schickte. Die Erträge sanken im ersten Halbjahr 2026 um 7 Prozent auf 1.120 Millionen Franken.

Besonders deutlich brachen die Performance Fees ein, sie fielen um 39 Prozent auf 216 Millionen Franken und machten nur noch 19 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Der Nettogewinn sank um 13 Prozent auf 502 Millionen Franken, das EBITDA um 9 Prozent auf 706 Millionen Franken bei einer Marge von 63 Prozent.

Gesenkte Guidance und Führungswechsel

Als Konsequenz aus der schwachen Performance-Fee-Entwicklung senkte das Unternehmen seine Guidance für 2026: Die Performance Fees sollen nun 20 bis 25 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachen, zuvor hatte das Unternehmen mit einem Wert am unteren Ende der Spanne von 25 bis 40 Prozent gerechnet. Die Guidance für Kapitalzusagen von 26 bis 32 Milliarden Dollar für 2026 bestätigte das Unternehmen dagegen unverändert.

Die verwalteten Vermögen lagen Ende Juni bei 186 Milliarden Dollar, nach 185 Milliarden Dollar Ende 2025 – ein Wachstum, das die Ertragsschwäche allerdings nicht ausgleichen konnte. Die Management Fees hingegen legten um 6 Prozent auf 905 Millionen Franken zu, in Lokalwährung sogar um 12 Prozent.

Parallel zur Bilanz kündigte Partners Group einen Führungswechsel an: CEO David Layton tritt zum Jahresende zurück und wechselt als Chief Investment Officer innerhalb des Unternehmens. Als neue Co-CEOs übernehmen Roberto Cagnati und Juri Jenkner. Der Wechsel an der Spitze fällt damit in eine Phase, in der Anleger ohnehin die operative Stabilität des Unternehmens hinterfragen.

Für die Aktie bedeutet die Kombination aus Ertragsschwäche, gesenkter Guidance und anhaltendem Rücknahmedruck bei den Evergreen-Fonds eine schwierige Ausgangslage. Der Titel notiert derzeit rund 27 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt, ein Zeichen dafür, wie tief der mittelfristige Abwärtstrend bereits eingegraben ist.