PayPal steht vor dem weitreichendsten Wandel seit der Trennung von eBay. CEO Enrique Lores setzt alles auf künstliche Intelligenz, um den Konzern effizienter zu machen. Das Ziel ist eine deutliche Ausweitung der Margen durch massive Kostensenkungen.
Lores hat die Führung im März übernommen. Er plant nun jährliche Einsparungen von mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar. Das freiwerdende Kapital soll direkt in die Beschleunigung digitaler Bezahlprodukte fließen. Dafür hat das Management den Konzern in drei neue Divisionen aufgeteilt. Diese bündeln fortan das Kerngeschäft, den Dienst Venmo sowie die Krypto-Aktivitäten.
Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist der hauseigene Stablecoin PYUSD. Dessen Marktkapitalisierung kletterte bis Mitte Juli auf rund 2,85 Milliarden US-Dollar. Durch eine neue Integration in das Polygon-Netzwerk können Unternehmen Zahlungen nun nativ abwickeln. Das umgeht komplexe technische Hürden und senkt die Kosten für grenzüberschreitende Transfers deutlich. Die Nutzbarkeit für Firmenkunden steht hierbei im Vordergrund.
An der Börse lösten die Pläne eine massive Kaufwelle aus. Die Aktie kletterte innerhalb einer Woche um gut 20 Prozent auf 41,42 Euro. Trotz dieser Erholung bleibt das Papier volatil. Die statistische Schwankungsbreite liegt aktuell bei fast 48 Prozent.
Allerdings mahnt die Geschwindigkeit der Rallye zur Vorsicht. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf 78,3 Punkte gestiegen. Damit gilt die Aktie technisch als überkauft. Zudem notiert der Kurs weiterhin unter der 200-Tage-Linie, die momentan bei 44,86 Euro verläuft.
Der Fokus des Vorstands liegt nun auf dem sogenannten „Agentic Commerce“. PayPal will Millionen von Händlern auf führenden KI-Plattformen auffindbar machen. Gelingt diese technologische Einbindung, besetzt der Konzern eine strategische Schlüsselrolle im modernen Fintech-Sektor.
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