PayPal steckt in der schwersten Krise der jüngeren Unternehmensgeschichte. Nach enttäuschenden Quartalszahlen und dem abrupten Rauswurf des CEOs rollt nun eine Klagewelle enttäuschter Investoren auf den Zahlungsdienstleister zu. Während das neue Management hastig auf KI und Blockchain setzt, um das Ruder herumzureißen, wachsen an der Wall Street die Zweifel am einstigen Branchenprimus.
Schockzahlen und Chefwechsel
Auslöser der aktuellen Turbulenzen war der Quartalsbericht Anfang Februar. Der Konzern verfehlte nicht nur die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn, sondern enttäuschte den Markt mit einem fast stagnierenden Wachstum beim Kernprodukt „Branded Checkout“. Als Reaktion auf die schwache Entwicklung zog der Vorstand die langfristigen Ziele für 2027 komplett zurück. Die Konsequenz folgte auf dem Fuß: CEO Alex Chriss musste seinen Hut nehmen und wurde zum 1. März durch den ehemaligen HP-Manager Enrique Lores ersetzt.
Klagewelle und Analysten-Skepsis
Die Quittung für die verfehlten Prognosen wird nun vor Gericht serviert. Mehrere US-Kanzleien bereiten Sammelklagen vor und werfen dem Management vor, Investoren über die wahre Wachstumsstärke und makroökonomische Risiken getäuscht zu haben. Auch die Analystengemeinde reagiert drastisch auf den Vertrauensverlust. So strich Canaccord Genuity das Kursziel radikal von 100 auf 42 US-Dollar zusammen. An der Börse spiegelt sich dieses tiefe Misstrauen wider: Mit einem aktuellen Kurs von 39,23 Euro hat das Papier auf Jahressicht über 36 Prozent an Wert verloren.
Flucht nach vorn mit KI und Krypto
Mitten in diesem juristischen und operativen Umbau versucht PayPal die strategische Neuausrichtung. Das Unternehmen schloss sich kürzlich dem Krypto-Partnerprogramm von Mastercard an, um grenzüberschreitende Blockchain-Zahlungen voranzutreiben. Parallel dazu investiert der Konzern in künstliche Intelligenz. Eine neue Partnerschaft mit OpenAI soll den Checkout-Prozess direkt in ChatGPT integrieren, während eine Kooperation mit Sabre ab dem zweiten Quartal KI-gestützte Reisebuchungen ermöglichen soll.
Ob diese technologischen Initiativen ausreichen, um den massiven Druck durch Konkurrenten wie Apple und Google abzuwehren, muss das neue Management nun beweisen. Der Terminkalender für die kommenden Wochen gibt den Takt vor: Bis zum 20. April läuft die Frist für die Benennung der Hauptkläger in den Sammelklagen, bevor Enrique Lores am 5. Mai seinen ersten Quartalsbericht als neuer CEO präsentieren muss.
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