Der Zahlungsdienstleister hat diese Woche die Anleger mit einem Zahlen-Debakel und einem abrupten Führungswechsel geschockt. Der Kurs brach um über 20 Prozent ein und fiel auf ein Mehrjahrestief. Doch hinter dem Chaos könnte Methode stecken.
Am Dienstag präsentierte PayPal nicht nur enttäuschende Quartalszahlen, sondern feuerte auch CEO Alex Chriss mit sofortiger Wirkung. Das vierte Quartal 2025 fiel schwächer aus als erwartet, der Ausblick auf 2026 liegt unter aller Kanone: Das Unternehmen rechnet mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Prognose für 2027 wurde komplett zurückgezogen.
Die Aktie stürzte auf rund 40 Dollar ab – den tiefsten Stand seit fast acht Jahren. Das ist weniger als die Hälfte des 52-Wochen-Hochs von 82,69 Dollar. Besonders bitter: Das entscheidende Geschäftsfeld „Branded Checkout“ wuchs im vierten Quartal nur noch um magere 1 Prozent.
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Neuer Chef soll Tempo machen
Ab dem 1. März übernimmt Enrique Lores den Chefposten. Der Manager kommt von HP, wo er sechs Jahre als CEO tätig war. Der Verwaltungsrat räumte überraschend offen ein, dass Chriss zwar die richtigen strategischen Prioritäten gesetzt habe, bei der Umsetzung aber zu langsam gewesen sei.
Lores soll nun aufs Tempo drücken. Die strategische Vision bleibt laut RBC Capital unverändert, doch der neue CEO fokussiert sich auf „Geschwindigkeit der Umsetzung, notwendige Investitionen und einen engeren Fokus auf PayPals strategisch wichtigere Kunden“. Die Bank senkte ihr Kursziel drastisch von 91 auf 59 Dollar, hält aber an der Outperform-Einschätzung fest.
Absichtlich tief gestapelt?
Der chaotische Auftritt könnte System haben. Bei überraschenden Führungswechseln greifen Unternehmen häufig zum „Kitchen Sink“-Ansatz: Man wirft alles Negative auf einmal raus und stapelt bei der Prognose bewusst tief. So schafft man niedrige Erwartungen für den neuen Chef.
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In drei Monaten, bei der nächsten Ergebnispräsentation, dürfte schon die Formulierung „besser als befürchtet“ für positive Schlagzeilen sorgen. Selbst stagnierende Zahlen würden dann als Erfolg verbucht.
Die Bewertung ist nach dem Absturz günstig. Bei einem erwarteten Gewinn von rund 5 Dollar je Aktie liegt das KGV bei 8,4. Die Cashflow-Rendite bewegt sich im deutlich zweistelligen Prozentbereich – weit über den branchenüblichen 7 bis 8 Prozent. RBC Capital warnt allerdings, die Aktie dürfte kurzfristig „bestenfalls seitwärts laufen“, da 2026 „wieder einmal ein Übergangsjahr“ wird.
Technisch ist das Bild verheerend. Das Mehrjahrestief gilt als starkes Verkaufssignal, RSI und MACD bestätigen den intakten Abwärtstrend. Immerhin zeigt der RSI eine überverkaufte Situation an, was eine technische Gegenbewegung ermöglichen könnte. Die nächste Unterstützung liegt bei 35 bis 36 Dollar.
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