Vor den anstehenden Quartalszahlen trüben sich die Aussichten für den US-Zahlungsdienstleister PayPal ein. Die US-Großbank Bank of America hat die Aktie auf Underperform herabgestuft und das Kursziel auf 53 Dollar festgesetzt. Ausschlaggebend für die vorsichtigere Haltung sind gedämpfte Erwartungen für das dritte Quartal sowie die Befürchtung, dass strategische Transformationsschritte erst ab 2027 nennenswerte Früchte tragen werden.
An den europäischen Handelsplätzen schloss das Papier am Freitag bei 50,45 Euro, was einem Tagesverlust von 1,0 Prozent entspricht. Damit notiert der Titel weiterhin rund 29 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 70,78 Euro.
Margendruck durch ungleiches Wachstum
Hinter der Skepsis steht vor allem die operative Zusammensetzung des Wachstums. Zwar kletterte das gesamte Zahlungsvolumen im zweiten Quartal um zehn Prozent auf 486,4 Milliarden Dollar, doch die Transaktionsmarge in absoluten Dollarbeträgen wuchs lediglich um ein Prozent. Die Margenrate sank parallel dazu auf 44,9 Prozent.
Während das margenstärkere Markengeschäft mit dem klassischen Bezahldienst nur um zwei Prozent zulegte, trieb vor allem die unbrandete Abwicklungstochter Braintree das Volumen mit einem Zuwachs von 13 Prozent an. Das Braintree-Geschäft wirft jedoch traditionell geringere Margen ab und setzt PayPal vor das Dilemma, entweder Profitabilität einzubüßen oder Großkunden an Wettbewerber zu verlieren.
Der zunehmende Konkurrenzdruck verschärft diese Gemengelage zusätzlich. Mit dem Start von Googles Universal Cart in den USA, das Zahlungen direkt über Google Pay abwickelt, drängen mächtige Technologiekonzerne noch tiefer in den Checkout-Bereich vor.
Abgewiesenes Übernahmeangebot und Quartalstermin
Die defensive Bewertung folgt auf turbulente Vormonate abseits des operativen Tagesgeschäfts. Laut Medienberichten unter Verweis auf Bloomberg hatten der Konkurrent Stripe und der Finanzinvestor Advent im Juli eine Barofferte über 60,50 Dollar je Aktie unterbreitet, was den Konzern mit rund 53 Milliarden Dollar bewertet hätte. Der Vorstand lehnte den Vorstoß jedoch ab, woraufhin sich das Konsortium Ende August zurückzog.
Nun richten Marktteilnehmer den Blick auf den 27. Oktober. Für diesen Tag ist die Vorlage der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 angekündigt. Analysten rechnen im Konsens mit einem bereinigten Gewinn von 1,31 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 8,71 Milliarden Dollar.
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