Ein enttäuschendes Quartalsergebnis, ein abrupter CEO-Wechsel und jetzt Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs: PayPal steckt in einer der schwersten Krisen seiner Geschichte. Der Kurseinbruch von rund 20 Prozent an einem einzigen Handelstag nach den Q4-Zahlen hat mehr als neun Milliarden Dollar Marktkapitalisierung vernichtet — und die rechtlichen Konsequenzen folgen auf dem Fuß.
Die Klagen und ihr Auslöser
Am 13. März 2026 wurden gleich mehrere Sammelklagen gegen PayPal eingereicht, darunter von den Kanzleien The Gross Law Firm und Kessler Topaz Meltzer & Check. Sie vertreten Anleger, die zwischen dem 25. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 PayPal-Aktien erworben haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Unternehmen Investoren über die tatsächliche Wachstumsdynamik seines Kerngeschäfts — das sogenannte Branded Checkout — irregeführt hat. Anleger haben bis zum 20. April 2026 Zeit, sich als Hauptkläger zu registrieren.
Der Auslöser war das Q4-Ergebnis: Das Wachstum des Branded-Checkout-Zahlungsvolumens brach auf gerade einmal ein Prozent ein — nach fünf Prozent im Vorquartal und sechs Prozent im Vorjahresquartal. Der Quartalsumsatz von 8,68 Milliarden Dollar verfehlte die Analystenerwartungen von 8,80 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,23 Dollar ebenfalls unter den erwarteten 1,28 Dollar. PayPal verwies auf makroökonomischen Gegenwind, verschärften Wettbewerb — und räumte zusätzlich eigene „operative und technische Probleme“ ein, die die Lage weiter verschlimmert hätten.
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Neuer Chef, alte Probleme
Parallel zu den schwachen Zahlen gab PayPal den Abgang von CEO Alex Chriss bekannt. Der Verwaltungsrat begründete den Schritt damit, dass Tempo und Umsetzung unter Chriss nicht den Erwartungen entsprochen hätten. Sein Nachfolger ist Enrique Lores, der zuvor mehr als sechs Jahre als CEO von HP tätig war. Lores übernahm das Amt offiziell am 1. März 2026.
Der Wechsel an der Spitze bringt Erfahrung aus der Enterprise-Technologie — aber eben keine aus dem Fintech-Sektor, in dem PayPal gegen Apple Pay, Google Pay, Block’s Cash App und Shopify-integrierte Konkurrenten kämpft. Canaccord Genuity reagierte auf die Entwicklungen mit einer drastischen Kurszielkürzung: von 100 auf 42 Dollar, bei beibehaltener Halte-Empfehlung. Unter 45 Analysten lautet der Konsens ebenfalls „Halten“, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 59 Dollar — die Spanne zwischen dem höchsten Ziel (100 Dollar) und dem niedrigsten (32 Dollar) spiegelt die erhebliche Unsicherheit wider.
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Strategische Initiativen als Gegengewicht
Inmitten der Turbulenzen setzt PayPal auf neue Partnerschaften. Gemeinsam mit Sabre und dem KI-Reiseanbieter Mindtrip soll ab Q2 2026 ein KI-gestütztes Reiseerlebnis entstehen. Zudem kooperiert das Unternehmen mit OpenAI, um Checkout-Funktionen direkt in ChatGPT zu integrieren. Berichten zufolge beteiligt sich PayPal außerdem an Mastercards Blockchain-Initiative.
Ob diese Initiativen ausreichen, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, wird sich an den konkreten Zahlen messen lassen. PayPal hat für 2026 selbst einen Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie gegenüber dem Vorjahr in Aussicht gestellt — eine Prognose, die den Druck auf den neuen CEO von Beginn an erhöht. Die Aktie notiert aktuell rund 27 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts.
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