Erst der Ausverkauf, dann die Kehrtwende: PayPal-Chef Enrique Lores hat sich am Dienstag erstmals konkreter zu den Übernahmespekulationen um den Zahlungsdienstleister geäußert – und die Aktie drehte im Verlauf des Handels ins Plus. Was zunächst wie ein enttäuschter Markt aussah, entwickelte sich zu einem Kursfeuerwerk von rund drei Prozent im regulären Handel.
Zahlen schlagen die Erwartungen
Operativ lieferte PayPal im zweiten Quartal mehr als erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,38 US-Dollar und übertraf die Analystenschätzung von 1,28 US-Dollar deutlich, blieb aber unter dem Vorjahreswert von 1,40 US-Dollar. Der Umsatz kletterte auf 8,68 Milliarden US-Dollar, ebenfalls über den Prognosen von 8,47 Milliarden.
Das gesamte Zahlungsvolumen wuchs währungsbereinigt um 9 Prozent auf 486,4 Milliarden US-Dollar, die Zahl der Transaktionen stieg um 8 Prozent. Die aktiven Konten blieben mit 439 Millionen nahezu unverändert. Unter dem Strich bleibt der Druck auf die Profitabilität aber sichtbar: Die bereinigte operative Marge sank auf 17,4 Prozent, nach 19,8 Prozent im Vorjahresquartal.
Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Rückgang des bereinigten Gewinns im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Für das Gesamtjahr hebt PayPal die adjustierte Gewinnprognose dagegen leicht auf rund 5,38 US-Dollar je Aktie an – über den bisherigen Wall-Street-Erwartungen von 5,31 US-Dollar. Der Vorstand kündigte zudem eine Bardividende von 0,14 US-Dollar je Aktie an, zahlbar am 25. September an Aktionäre, die zum Geschäftsschluss am 4. September im Register stehen.
Lores lässt sich nicht in die Karten schauen
Im Hintergrund der Zahlenvorlage steht ein Übernahmeangebot von Stripe und Advent International über 60,50 US-Dollar je Aktie, das PayPal mit rund 53 Milliarden US-Dollar bewertet hätte. Der Verwaltungsrat hält die Offerte für zu niedrig. In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen wollte Lores die Spekulationen nicht kommentieren, betonte aber, das Management bewerte „jede sich bietende Gelegenheit“ objektiv und vergleiche sie mit der eigenen Strategie. Sollte ein Weg zu „überlegenem Wert“ für die Aktionäre führen, werde man ihn „selbstverständlich sorgfältig prüfen“.
Parallel dazu treibt PayPal den eigenen Sparkurs voran: Bis Jahresende sollen brutto rund 400 Millionen US-Dollar an Kosten eingespart werden, unter anderem durch eine vereinfachte Organisationsstruktur und einen stärkeren Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Kein Wunder, dass Anleger die Kombination aus besseren Zahlen und offener Übernahmetür genau beobachten – die Aktie reagierte am Dienstag mit spürbaren Ausschlägen in beide Richtungen, bevor sie ins Plus drehte.
Ob sich der Bieterstreit um PayPal in den kommenden Wochen konkretisiert, dürfte auch davon abhängen, wie überzeugend Lores seinen Transformationsplan bei den nächsten Terminen unterlegt.
PayPal-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PayPal-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:
Die neusten PayPal-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PayPal-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
PayPal: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

