Vanguard kauft über 5,5 Millionen PayPal-Aktien nach. Das ist ein klares Signal institutionellen Interesses — ausgerechnet in einem Moment, in dem das Unternehmen einen neuen CEO hat, eine Werbestrategie hochzieht und die Aktie seit einem Jahr unter Druck steht.
Neues Management, alter Gegenwind
Im Februar 2026 übernahm Enrique Lores den CEO-Posten von Alex Chriss. Der Wechsel kam nach einer Phase schwachen Nutzerwachstums: PayPal zählte Ende 2025 rund 439 Millionen aktive Konten — kaum mehr als die 435 Millionen Ende 2022.
Die Zahlen für Q4 2025 enttäuschten ebenfalls. Der Umsatz lag bei 8,68 Milliarden Dollar, Analysten hatten 8,82 Milliarden erwartet. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management beim bereinigten Gewinn je Aktie bestenfalls eine Stagnation, schlimmstenfalls einen leichten Rückgang.
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Die Aktie spiegelt das wider. Auf Jahressicht verlor sie rund 25 Prozent, seit Jahresanfang sind es bereits über 14 Prozent. Aktuell notiert sie bei 42,44 Euro — deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 50,57 Euro. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 9x. Manche Analysten sehen darin eine günstige Einstiegsbewertung, andere verweisen auf den anhaltenden Wettbewerbsdruck durch Apple, Google und „Buy Now, Pay Later“-Anbieter.
Der Werbevorstoß als Wachstumshebel
Am 27. April 2026 startete PayPal offiziell die „PayPal Ads ID“. Das neue Werbeprodukt basiert auf dem unternehmenseigenen „Transaction Graph“ — einem Datenfundament aus mehr als 25 Milliarden Transaktionen über PayPal und Venmo.
Der Ansatz unterscheidet sich von klassischen Werbelösungen. Statt auf probabilistische Schätzungen oder Browser-Cookies zu setzen, verknüpft die Ads ID Werbung direkt mit verifizierten Kaufvorgängen. Das macht Attribution präziser. Erste Technologiepartner wie Magnite, PubMatic, Rokt und Taboola sind bereits integriert.
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Das Ziel: ein neuer, margenstarker Umsatzstrom jenseits der Transaktionsgebühren.
Erster Test für das neue Management
Am Dienstag, dem 5. Mai 2026, legt PayPal seine Q1-Ergebnisse vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 1,27 Dollar. Das Konsensrating der großen Research-Häuser lautet derzeit „Hold“.
Es wird das erste große Quartalsergebnis unter Lores sein. Entscheidend ist nicht nur, ob die Transaktionsmargen stabil bleiben — sondern auch, ob das Werbegeschäft erste messbare Beiträge liefert. Vanguards Aufstockung setzt darauf, dass beides gelingt.
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