Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat ihre Bilanzkontrolle bei der Pentixapharm Holding AG beendet und wesentliche Unrichtigkeiten im Zahlenwerk für das Jahr 2024 beanstandet. Betroffen sind vor allem die Bewertung immaterieller Vermögenswerte sowie die ausgewiesene Kapitalrücklage. Das Unternehmen akzeptiert die Entscheidung der Aufsichtsbehörde und verzichtet auf Rechtsmittel.
Millionenkorrekturen bei immateriellen Vermögenswerten
Im Zentrum des behördlichen Bescheids steht die Überbewertung von Bilanzpositionen. Laut der Aufsicht waren die immateriellen Vermögenswerte im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 um insgesamt 34,7 Millionen Euro zu hoch ausgewiesen. Zugleich bezifferte die Behörde die Überhöhung der Kapitalrücklage auf 21,6 Millionen Euro.
Die Korrekturen bei den immateriellen Werten teilen sich in zwei wesentliche Posten auf. Ein Betrag von 21,6 Millionen Euro betrifft Wertansätze aus einer früheren Kaufpreisallokation bei einer vorherigen Anteilseignerin. Die verbleibenden 13,1 Millionen Euro entfallen auf Ausgaben für das Entwicklungsprojekt PentixaFor aus den Jahren 2021 bis 2024, für die nach Feststellung der Aufseher die Aktivierungsvoraussetzungen fehlten.
Vorstand hält an operativen Zielen fest
Das Management der Gesellschaft reagierte gestern auf die Feststellungen und kündigte an, keine Rechtsbehelfe gegen den Bescheid einzulegen. Nach Einschätzung des Vorstands ergeben sich aus den Korrekturen keine wesentlichen Konsequenzen für die laufende Geschäftstätigkeit oder die Liquiditätslage. Auch die allgemeinen Geschäftsaussichten sieht die Unternehmensleitung nicht beeinträchtigt.
Entsprechend bestätigte das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 in vollem Umfang. Die regulatorischen Beanstandungen beziehen sich rückwirkend auf die bilanzielle Erfassung früherer Projektkosten und Transaktionen, greifen jedoch nicht in die operative Weiterentwicklung der Pipeline ein.
Marktreaktion und Kursniveau
An den Finanzmärkten sorgte der Abschluss des Prüfverfahrens für Klarheit über die bilanziellen Altlasten. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Pentixapharm-Aktie bei 1,85 Euro.
Mit dem Verzicht auf Rechtsmittel ist das Verfahren der Finanzaufsicht abgeschlossen. Für das Unternehmen liegt der Fokus nun darauf, die bereinigten Bilanzrelationen in der künftigen Berichterstattung abzubilden und den Blick wieder auf die klinischen Meilensteine zu richten.
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