PepsiCo dreht an der Preisschraube. Bei Lay’s und Doritos senkt der Konzern die Preise um bis zu 15 Prozent. Das ist ein deutliches Eingeständnis: Die Kunden in Nordamerika kaufen seltener, greifen öfter zu Handelsmarken. Der Snack- und Getränkeriese reagiert jetzt mit einer Kehrtwende bei der Preisstrategie.

Frito-Lay unter Druck

Im Segment Frito-Lay North America schwächelt die Nachfrage seit Monaten. Inflation und höhere Preise haben viele Käufer zu günstigeren Alternativen getrieben. PepsiCo nennt das Problem intern offen beim Namen: Kunden sind müde von den hohen Preisen der großen Marken.

Der Konzern reagiert mit einem Dreiklang aus Maßnahmen. Neben den Preissenkungen bei Kernmarken hat PepsiCo bereits drei Fabriken und mehrere Produktionslinien geschlossen. Bis Anfang 2027 soll zudem die Zahl der Produktvarianten in den USA um etwa 20 Prozent sinken.

Das Ziel dahinter: schlankere Lieferketten und mehr Fokus auf die Produkte, die sich wirklich gut verkaufen. Das Management rechnet für 2026 mit Rekord-Einsparungen bei der Produktivität. Über die nächsten drei Geschäftsjahre soll die operative Kernmarge um mindestens einen Prozentpunkt steigen.

International läuft es rund

Während Nordamerika kämpft, liefert das internationale Geschäft weiter starke Zahlen. Das Segment Asia Pacific Foods, getragen vor allem von Indien und China, wuchs zuletzt um 12 Prozent beim Nettoumsatz. Für 2026 erwartet PepsiCo erstmals einen internationalen Umsatz von über 40 Milliarden Dollar.

Diese Entwicklung zeigt ein Zwei-Geschwindigkeiten-Muster: Schwellenländer wachsen kräftig, während westliche Märkte mit Preisobergrenzen und Marktsättigung ringen. Das internationale Geschäft federt damit die Schwäche in Nordamerika ab.

Kurs stabilisiert sich, Bewertung bleibt günstig

An der Börse zeigt die Aktie erste Lebenszeichen. Am Freitag schloss das Papier bei 120,42 Euro, ein Plus von 1,53 Prozent auf Tagesbasis. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 128,70 Euro fehlen dennoch noch 6,43 Prozent.

Die Bewertung liegt bei rund dem 18,3-Fachen des Gewinns, ein Abschlag gegenüber der eigenen historischen Bewertung und wichtigen Wettbewerbern aus dem Getränkesektor. Analysten diskutieren die Aktie deshalb kontrovers: Ist das ein Value-Trap oder eine antizyklische Chance für einkommensorientierte Anleger? Die Dividendenrendite gilt jedenfalls als eine der stabilsten im Konsumgütersektor.

Der Vorstand hat die Quartalsdividende jüngst um 4 Prozent auf 1,48 Dollar je Aktie angehoben. Damit steigt die Jahresausschüttung auf 5,92 Dollar. Diese Erhöhung fällt in eine Phase mit spürbarem Wachstumsdruck im Heimatmarkt und unterstreicht das Bekenntnis des Managements zu verlässlichen Ausschüttungen.

Ausblick auf die zweite Jahreshälfte

Erste Tests in ausgewählten Städten zeigen laut Unternehmen eine „ziemlich gute“ Belebung beim Absatz. Der flächendeckende Rollout der Preisinitiativen wird bis zum Ende des Sommers beobachtet. PepsiCo hält an seiner Jahresprognose fest: organisches Umsatzwachstum zwischen 2 und 4 Prozent sowie ein Anstieg des Kern-Gewinns je Aktie um 8 Prozent auf Basis konstanter Wechselkurse.