PepsiCo erscheint im Vergleich mit Coca-Cola günstiger bewertet. Ein gestern veröffentlichter Bewertungsvergleich stellt dem niedrigeren Gewinnvielfachen jedoch höhere Verschuldung und schwächere Margen gegenüber. Für Anleger ist der Abschlag deshalb kein eindeutiges Kaufsignal: Entscheidend ist, ob PepsiCo seine Ertragsentwicklung stabilisieren kann.

Niedrige Bewertung allein reicht nicht

Im Vergleich beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis zurückliegender Gewinne bei PepsiCo 17,6 gegenüber 28,2 bei Coca-Cola. Für PepsiCo wird zudem eine Dividendenrendite von 4,2 % ausgewiesen.

Damit verbindet die Aktie eine niedrigere Gewinnbewertung mit laufenden Ausschüttungen. Der Vergleich erklärt allerdings noch nicht, ob PepsiCo unterbewertet ist oder ob Anleger die schwächere Geschäftsentwicklung angemessen einpreisen.

Auch die ausgewiesene Rendite auf den freien Cashflow fällt mit 5,5 % höher aus als bei Coca-Cola mit 3,5 %. Ein Bewertungsmodell errechnet für PepsiCo ein Aufwärtspotenzial von 16,2 %.

Dieser Modellwert ist keine Garantie für steigende Kurse. Er beschreibt eine rechnerische Bewertungschance, deren Aussagekraft von den zugrunde liegenden Annahmen abhängt. Die operative Entwicklung bleibt deshalb wichtiger als das Ergebnis eines einzelnen Modells.

Wachstum und Verschuldung erklären den Abschlag

Beim durchschnittlichen Umsatzwachstum über drei Jahre liegt PepsiCo mit 2,4 % jährlich hinter Coca-Cola mit 4,3 %. Zugleich blieb die operative Marge von PepsiCo im betrachteten Vergleich weitgehend unverändert.

Der Bewertungsunterschied steht damit nicht isoliert im Raum. Coca-Cola verbindet das stärkere Umsatzwachstum mit einer verbesserten operativen Marge. PepsiCo muss dagegen zeigen, dass zusätzliche Erlöse auch zu einer besseren Ertragsentwicklung führen können.

Hinzu kommt die Bilanz: Das Verhältnis von Verschuldung zu Eigenkapital wird bei PepsiCo mit 232,7 % angegeben. Bei Coca-Cola sind es 111,4 %.

Die höhere Verschuldung schränkt die Aussagekraft des günstigen Gewinnvielfachen ein. Wer nur auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis schaut, lässt damit einen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Unternehmen außer Acht.

Gewinnentwicklung als nächster Prüfstein

Vor rund einem Monat senkte PepsiCo den Mittelpunkt seiner Prognose für das Core-Gewinnwachstum je Aktie auf 3,0 % von zuvor 6,0 %. Zugleich belasteten steigende Inputkosten die Margen.

Die vor rund zwei Wochen verlängerte Getränkepartnerschaft mit Taco Bell stärkt zwar einen bestehenden Vertriebskanal. Sie ersetzt aber keinen Nachweis, dass PepsiCo seine Profitabilität verbessert.

Der nächste Bericht wird im Februar 2027 erwartet. Bis dahin bleibt die zentrale Anlegerfrage, ob der Bewertungsabschlag eine Chance bietet oder die operativen Schwächen zutreffend widerspiegelt. Niedrige Multiplikatoren sprechen für einen genaueren Blick – überzeugender würde die Bewertungsthese jedoch erst mit einer stabileren Gewinnentwicklung.