PepsiCo will mit weiteren Kostensenkungen auf die schleppende Erholung in Nordamerika reagieren. Am Donnerstag warnte das Unternehmen, dass sich Wachstum und Margen dort langsamer erholen als erwartet. Für Anleger steht damit weniger die kurzfristige Absatzbelebung im Mittelpunkt als die Frage, ob PepsiCo sie wieder profitabler gestalten kann.
Die Herausforderung liegt in der Preispolitik: Günstigere Snacks sollen Verbraucher zurückgewinnen, belasten aber die Ertragskraft. Erneute Preiserhöhungen sollen die Margen schützen. Sie treffen jedoch auf Kunden, deren finanzielle Belastung nach Einschätzung des Managements anhält.
Preissenkungen lösen das Margenproblem nicht
Im Februar senkte PepsiCo die Preise für Lay’s und Doritos um bis zu 15 %. Im September kündigte das Unternehmen wiederum Preiserhöhungen für bestimmte Snacks an. Für 2027 sollen die Preissteigerungen laut PepsiCo unter dem Niveau von 2025 liegen.
Damit muss das Unternehmen zwei Ziele miteinander vereinbaren: die Nachfrage stabilisieren und zugleich die Rentabilität verbessern. Weitere Einsparungen sollen dabei helfen. Eine schnelle Entlastung durch kräftig steigende Verkaufspreise stellt PepsiCo nicht in Aussicht.
Im dritten Quartal 2026 blieb das Lebensmittelvolumen in Nordamerika unverändert. Das Getränkevolumen sank gegenüber dem Vorjahr um 2 %. Die Preismaßnahmen haben damit noch keine breite Erholung des nordamerikanischen Geschäfts bewirkt.
Die Entwicklung fällt innerhalb des Konzerns unterschiedlich aus. Während Nordamerika weiter unter Druck steht, liefert das internationale Geschäft Wachstumsimpulse. Diese Unterschiede sind für die Einordnung wichtig: Die Schwierigkeiten betreffen nicht alle Absatzmärkte gleichermaßen.
Einsparungen sollen die Ertragskraft stützen
Finanzchef Steve Schmitt erwartet auch im Schlussquartal weiteren Druck auf die nordamerikanische Kernbetriebsmarge. Die angekündigten Kostensenkungen sind deshalb mehr als eine begleitende Effizienzmaßnahme. Sie sollen die Ertragskraft stützen, solange sich das Geschäft in der Region nicht ausreichend erholt.
Nach Gesprächen mit Elliott hatte PepsiCo im Dezember eine Margenausweitung um 100 Basispunkte binnen drei Jahren als Ziel genannt. Zugleich erwartet das Management eine anhaltende Belastung der Verbraucher über weitere 12–18 Monate.
Das setzt den zeitlichen Rahmen für die Erholung: PepsiCo rechnet zwar mit einer schrittweisen Verbesserung, muss aber zunächst mit anhaltend schwierigen Nachfragebedingungen umgehen.
Goldman hält an Kaufempfehlung fest
Goldman-Sachs-Analystin Bonnie Herzog senkte ihr Kursziel von 180 auf 165 Dollar und bestätigte ihre Kaufempfehlung. Ihre Einschätzung berücksichtigt den Inflations- und Kostendruck, hält aber an der mittelfristigen Wachstumsperspektive fest.
Goldman erwartet über zehn Jahre ein durchschnittliches jährliches organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Management stellt eine sequenzielle Verbesserung im Schlussquartal und besonders im Folgejahr in Aussicht. Eine ausführlichere Prognose für 2027 soll im Februar folgen.
Für Anleger bleibt entscheidend, ob aus stabileren Absatzmengen auch höhere Margen entstehen. Die angekündigten Einsparungen adressieren genau diese Lücke. Solange Nordamerika die Ertragskraft belastet, ist eine Absatzverbesserung allein noch kein Beleg für eine erfolgreiche Erholung.
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