Ein harter Bericht der Kreditanalysefirma GimmeCredit wirft am Freitag ernste Fragen zur finanziellen Gesundheit des Getränke- und Snackriesen auf. Während die einen vor steigenden Schulden und schwachen Cashflows warnen, preist die Konkurrenz die defensiven Qualitäten des Titels. Mitten in diesem Zwiespalt muss sich PepsiCo dem Druck eines aktivistischen Investors stellen.

Schuldenberg wächst bedrohlich

GimmeCredit bestätigte seine „Underperform“-Einstufung für PepsiCo und malt ein düsteres Bild der Bilanzsituation. Demnach hat das Unternehmen allein im ersten Halbjahr 2025 über 6 Milliarden Dollar neue Schulden aufgenommen, um Übernahmen zu finanzieren – darunter Deals für Poppi, Siete Family Foods und eine erhöhte Beteiligung an Celsius. Diese Schuldenpolitik droht die Leverage-Quote auf das 3,0-fache des EBITDA hochzutreiben, nach zuvor 2,6-fach.

Noch alarmierender: Der Bericht prognostiziert einen freien Cashflow von weniger als 300 Millionen Dollar für dieses Jahr. Eine verschwindend geringe Summe im Vergleich zu den erwarteten Dividendenzahlungen von 7,6 Milliarden Dollar.

UBS sieht Licht am Horizont

Als konträre Stimme positionierte sich am selben Tag die Investmentbank UBS. Sie kürt PepsiCo zum Top-Pick im Konsumgütersektor und sieht sowohl defensive Qualitäten als auch Potenzial für deutliche Verbesserungen in den nächsten 12 bis 18 Monaten. Dieser optimistische Ausblick könnte Anlegern Mut machen, die nach Stabilität in unsicheren Zeiten suchen.

Aktivisten-Druck im Hintergrund

Die aktuelle Debatte findet nicht im luftleeren Raum statt. Im Hintergrund drängt der aktivistische Investor Elliott Investment Management mit einer 4-Milliarden-Dollar-Position auf strategische Veränderungen. Elliott fordert unter anderem die Auslagerung der Abfülloperationen und den Verkauf unterperformender Assets – Forderungen, die die Unternehmensführung bisher ablehnt.

Kann PepsiCo den Spagat zwischen notwendiger Konsolidierung und Wachstumsinvestitionen meistern? Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der Konzern die Kontrolle über seine Finanzen zurückgewinnt oder weiter in die Zange von Aktivisten und skeptischen Analysten gerät.