Produktion legt kräftig zu
Petrobras hat zum Jahresauftakt ein zweigeteiltes Bild geliefert. Der Ölkonzern steigerte die Förderung deutlich, verdiente aber unter dem Strich weniger als vor einem Jahr. Das operative Momentum ist da. Der Gewinnmoment noch nicht.
Im ersten Quartal kam der Konzern auf einen Nettogewinn von 32,7 Milliarden Real. Das sind 7,2 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Der Umsatz legte dagegen leicht auf 123,7 Milliarden Real zu.
Mehr Öl, späterer Preiseffekt
Besonders stark fiel die Produktion aus. Petrobras förderte im Schnitt 3,23 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag und damit 16,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Rückenwind kam vom Start der Förderanlage P-79 im Búzios-Feld. Sie hat die Ausgabe im Feld spürbar erhöht.
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An der Börse spiegelt sich die Mischung aus soliden Zahlen und gedämpftem Ergebnissog bislang nur verhalten wider. Die Aktie notiert bei 7,77 Euro und damit knapp unter dem Vortagesschluss. Seit Jahresbeginn hat sie dennoch mehr als 56 Prozent zugelegt. Das Papier liegt außerdem deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt.
Beim Umsatz bremste der Zeitversatz im Ölgeschäft. Höhere Brent-Preise, gestützt von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, schlagen oft erst mit Verzögerung durch. Rund 81.000 Barrel pro Tag aus Cargo-Lieferungen sollen deshalb erst im zweiten Quartal in die Rechnung einfließen.
Geld für Aktionäre, Investitionen im Blick
Parallel dazu lenkt Petrobras Kapital an zwei Fronten. Der Verwaltungsrat genehmigte eine Ausschüttung von 9,03 Milliarden Real in Form von Zinsen auf Eigenkapital. Die Zahlung soll in zwei Tranchen im Laufe des Jahres erfolgen, der Ex-Dividenden-Tag ist für Anfang Juni angesetzt.
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Die Ausschüttung folgt der bestehenden Linie des Konzerns: 45 Prozent des freien Cashflows sollen an die Anteilseigner gehen, solange die Nettoverschuldung unter den definierten Schwellen bleibt. Zum Quartalsende lag die Bruttoverschuldung bei 71,2 Milliarden Dollar, die Nettoverschuldung bei 62,1 Milliarden Dollar.
Auch die Investitionen ziehen an. Petrobras steckte im ersten Quartal rund 5,1 Milliarden Dollar in den Ausbau, ein Plus von 25 Prozent. Der Schwerpunkt lag erneut auf Exploration und Produktion. Genau dort will der Konzern sein Wachstum in diesem Jahr weiter herausholen.
Der Markt wird nun vor allem auf die zweite Jahreshälfte schauen. Wenn sich die Ölpreise mit Verzögerung in den Erlösen niederschlagen, könnte die Umsatzseite spürbar nachziehen. Bis dahin bleibt Petrobras vor allem eine Geschichte von hoher Förderung, solider Kapitaldisziplin und einem Ertrag, der dem operativen Wachstum noch hinterherläuft.
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