Der Schritt überrascht die Märkte. Dave Denton, seit Mai 2022 Finanzchef von Pfizer, verlässt den Pharmakonzern Mitte August. Sein Ziel: die Konsumgüterbranche. Die Nachricht ließ die Aktie am Donnerstag um fast drei Prozent fallen — trotz stabiler Prognosen.
Cecile Guegan übernimmt vorübergehend. Die Managerin verantwortet derzeit die Finanzen des globalen Pharmageschäfts. Pfizer will einen dauerhaften Nachfolger intern und extern suchen.
Damit verliert der Konzern einen erfahrenen Deal-Maker. Denton steuerte maßgeblich die milliardenschweren Übernahmen von Seagen, Biohaven und Metsera. Der Plan: die Pipeline stärken und den Umsatzrückgang bei Covid-Produkten abfedern.
Prognose steht — Misstrauen bleibt
Pfizer bestätigte am Donnerstag den Ausblick für das laufende Jahr. Der Umsatz soll zwischen 59,5 und 62,5 Milliarden Dollar liegen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie: 2,80 bis 3,00 Dollar. Die Prognose war erstmals im Dezember genannt und im Mai bekräftigt worden.
Doch die Anleger zeigen sich skeptisch. Der Abgang des Finanzchefs trifft das Unternehmen in einer heiklen Phase. Neben sinkenden Covid-Erlösen drohen mehrere Patentausläufe. Die Unsicherheit über die Führungskontinuität wiegt schwer — trotz des bestätigten Ausblicks.
Die Aktie notiert aktuell bei 22,05 Euro. Das sind gut elf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 24,91 Euro aus dem April. Der 50-Tage-Durchschnitt von 22,47 Euro bleibt damit ebenfalls unterboten. Der RSI von 44,2 zeigt eine tendenziell schwache Dynamik.
Pfizer setzt nun auf seine Forschungspipeline, vor allem in den Bereichen Onkologie und Gewichtsmanagement. Die Bestätigung der Jahresziele soll Vertrauen schaffen. Ob das gelingt, wird sich im August zeigen — wenn der neue alte Finanzchef seinen Schreibtisch räumt.
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