Pfizer rüstet sich für die wichtigste Infektiologie-Konferenz des Jahres. Beim IDWeek 2026 in Washington, D.C., vom 21. bis 24. Oktober präsentiert der Konzern Daten aus mehr als 50 Abstracts, zwölf davon als mündliche Vorträge. Im Mittelpunkt stehen zwei Impfstoffkandidaten, die Pfizers Wachstumsstory in den kommenden Jahren tragen sollen.
Zwei Kandidaten im Rampenlicht
Das Lyme-Vakzin LB6V entwickelt Pfizer gemeinsam mit Valneva. Vorgestellt werden die Phase-3-Ergebnisse der VALOR-Studie, deren Topline-Daten im März 2026 vorlagen. Teilnehmer waren Personen ab fünf Jahren in Endemiegebieten Nordamerikas und Europas. Die Europäische Arzneimittelagentur hat inzwischen die Prüfung des Zulassungsantrags begonnen, den Pfizer im August 2026 angekündigt hatte.
Der zweite Kandidat ist ein 25-valenter Pneumokokken-Impfstoff für Säuglinge. In einer Phase-2-Studie verglich Pfizer ihn mit dem eigenen Prevnar 20. Die Topline-Ergebnisse stammen aus dem Mai 2026, nun folgen die Detaildaten als Late-Breaker. Sie sollen das laufende pädiatrische Phase-3-Programm untermauern.
Etablierte Produkte unter Beobachtung
Daneben zeigt Pfizer Praxisdaten zu bestehenden Impfstoffen. Zum RSV-Impfstoff Abrysvo liegen erstmals Daten zur dritten Saison bei Pflegeheimbewohnern in US-Veteranenkliniken vor. Eine australische Studie belegt zudem den Schutz geimpfter Mütter für ihre Säuglinge vor RSV-bedingten Klinikaufenthalten. Sie ist auch in JAMA Pediatrics erschienen.
Für Prevnar 20 präsentiert der Konzern Auswertungen bei US-Erwachsenen ab 65 Jahren. Sie zeigen weniger invasive Pneumokokken-Erkrankungen und Lungenentzündungen. Hinzu kommen Daten zum Covid-Impfstoff Comirnaty bei Kindern von fünf bis elf Jahren mit erhöhtem Risiko und Modellrechnungen zu Penbraya, die auf bis zu fünf Jahre Antikörperschutz gegen Meningokokken B hindeuten.
Biosimilars als Konkurrenzfeld
Wie wichtig neue Wachstumstreiber für Pfizer sind, zeigt der Blick auf auslaufende Patente. Fresenius-Chef Michael Sen beziffert das Marktpotenzial für Nachfolgepräparate bis 2035 auf rund 180 Milliarden Euro. Pfizer muss nach Einschätzung von Marktbeobachtern neue Umsatzquellen erschließen, und Impfstoffe wie LB6V könnten dazu beitragen.
Der Auftritt in Washington dürfte zeigen, wie weit die Pipeline tatsächlich ist. Kurzfristig liegt der Blick auf der EMA-Prüfung des Lyme-Impfstoffs und dem pädiatrischen Phase-3-Programm gegen Pneumokokken.
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